	Ueber die Sprache bei luftdichter Verschliessung des Kehlkopfes.	603

hinter der ))Enge((, sehr deutlich hervorgebracht werden, nur erschpft
sich der Luftvorrath natrlich sehr bald.
	Hinsichtlich der kaum deutlichen Unterscheidung der tnenden
und nichttnenden Reibungslaute gilt Aehilliches wie von den Mediae
und Tenues, obschon, wie DONDERS a. a. 0. andeutete, die Hhe der
Gerusche an sich fr tnende und tonlose Reibungslaute in der That
etwas verschieden zu sein scheint.
	Auch die an die Reibungslaute sich anschliessenden L-Laute sind
fr die Patientin aussprechbar.
	c Von den Zitterlauten bringt die Patientin da Zungen-
spitzen-R mit berraschender Deutlichkeit hervor, indem sie die Zun-
genspitze so gegen den harten Gaumen emporschnellt, dass die Luft
- bei geschlossener Gaumenklappe - in dem hinteren Abschnitte
der Mundhhle und in dem Pharynx pltzlich comprimirt wird und,
indem sie stossweise hervorbricht, die Zungenspitze in 
Vibrationen
versetzt.
	d, Die Bildung der Resonanten geht aus leicht begreiflichen
Grnden am unvollkommensten vor sich. Das n wird daher meist
durch ein b ersetzt, fr das it vicariirt ein d, wobei zugleich das Ge-
rusch bentzt wird, welches entsteht, wenn die Gaumenklappe pltz-
lich schliesst, oder wenn dieser Verschluss besonders von aussen
nach innen durchbrochen wird - an den Resonanten betheiligt sich
dann also ein Verschlusslaut ganz eigener Art.
	Schliesslich erlaube ich mir zur Wahrung der Prioritt hier die
Nachricht niederzulegen, dass ich damit beschftigt bin, der bespro-
chenen Patientin, welche wohl nicht so bald -wenn berhaupt jemals
- eine wcgsame und tnende Glottis wieder zurckerhalten wird auf
knstlichem Wege zu einer lauteren Sprache zu verhelfen.
	Ich beabsichtige nmlich durch eine dnne passend gekrmmte
Rhre, welche die Articulationshe\vegungen nicht erheblich geniren
darf, und in welcher ein Zungenwerk eingeschaltet ist, Luft und Ton
in den Raum hinter den Zungengrund zu blasen.
	Bei den vorlufigen, aufmunternden Versuchen, welche ich in
dieser Richtung an der Patientin und an mir selbst - whrend ich
den Larynx fest verschlossen hielt - anstellte, bediente ich mich eines
Bhasbalges zur Hervorbringung des Luftstromes.
	Ich halte es jedoch fr mglich, bei der Patientin die eigene aus
der Athmungscanle hervorstrmende Exspirationsluft hierzu zu be-
ntzen, wodurch der grosse Vortheil erwchse, dass die Patientin die
Handhabung des Geblses nicht erst zu lernen brauchte.
-	Die Hoffnung, in diesem und in hnlichen Fllen die absolute
