﻿600 lieber die Sprache bei luftdichter Versehliessung des Kehlkopfes.
hier insofern eine Ausnahme, als er passend durch das Reibungs-geriiusch des j ersetzt wird.
Im Flusse der Articulationsbewegungen jedoch kommen verschiedene Geräusche, in Folge der Durchbrechung, Lösung und Herstellung eines Verschlusses oder in Folge der Reibung der durch Verdichtung oder Verdünnung in Bewegung versetzten Luft an verengten Stellen des Mundcanals, zu Stande, von denen die einen (besonders schwache, unentschiedene Reibungsgeräusche im hintersten Articula-tionsgebiete die h - Laute ersetzen, die anderen aber den eigen-thUmlichen Charakter der einzelnen Vocale ganz deutlich au sich tragen.
Für die Theorie der Vocale scheint es mir nicht unwichtig. dass bei unserer Patientin fast jedwedes im Mundcanal erzeugte Geräusch — je nach der Stellung der Sprachorgane für einen bestimmten Vocal — den specifischen Charakter dieses Vocals sofort unverkennbar annimmt.
Dass dies übrigens keine ausnahmsweise Erscheinung sei, davon überzeugt man sich leicht an sich selbst, wenn man Lei angehaltenem Atliem und fest verschlossenem Larynx, also nur unter Mitwirkung der im Mund enthaltenen Luft, z. B. pa, pe, pi, po, pu, — ta, te, ti, to, tu,
■— sa. se, si, so, su .. . etc. zu sprechen versucht. Man wird finden, dass das nachhallende Geräusch der Verschlusslaute, Reibungslaute etc. das Timbre der intendirtcn Vocale vollkommen deutlich annimmt.
Ja es gelingt sogar, dein Schalle, welchen man durch Klopfen mit einem festen Körper auf die Zähne hervorbringt, bei geeigneter Mundstellung einen mehr oder weniger deutlichen vocalischen Charakter aufzudrücken.
Es sei mir erlaubt, eine beiläufige Bemerkung über die Natur der Vocale hier einzuschalten.
Bekanntlich hat R. Willis zuerst einen wichtigen Beitrag zur theoretischen Lösung des Problems der Vocalbildung gegeben, welcher im Wesentlichen darauf hinausläuft, dass mit lauter Stimme hervorgebrachte Vocale durch Combination primärer und secuudärer Pulsationen oder Schwingungen] entstehen, von denen die ersteren die musikalische Höhe des Tones, die letzteren — indem ihre Zahl von i bis zum u immer geringer wird—die Qualität des Vocals veranlassen. Im menschlichen Sprachorgan ist die Schwingungszahl der ersteren wesentlich durch die Spannüngsverhältnisse der Stimmbänder, die Periode der letzteren durch die Verlängerung, Verkürzung und durch die anderweitigen Gestaltveränderungen des Ansatzrohres (Rachen und Mundhöhle gegeben und bedingt.