IJeber die Sprache bei luftdichter Verschliessung des Kehlkopfes. 601


	Aus dieser Theorie erklrt es sieh, wesshalb beim Erhhen des
Tones die Voeale, von u angefangen, nach einander unmglich werden
(indem die Periode der primren Pulsationen fr die Voealreihe von
v aufwrts zu kurz wird im Vergleiche zur Periode der seenndren
PulsationenL Es erklrt sieh auch, wesshalb in der gewhnlichen
Sprache der Ton, mit dem die Stimme beim i tnt, etwas hher ist,
als der, womit sie beim u tnt. (Vergleiche BRCKE  Grundzge
5. 14 u. f.:.
	BRCKE . welcher die Fundamentalversuche von WILLIs mit der
Uhrfeder und dem SAvArt'schen Rad und mit dem Zungenwerk, an
welchem ein ausziehbares Ansatzrohr angebracht ist, mit theilweise
gnstigem Erfolge wiederholt hat, glaubt mit Recht, a dass WILLIs
einen wesentlichen Punkt der Sache getroffen hat, und vertheidigt
dessen Theorie gegen den nahe liegenden Einwand, dass zur Hervor-
bringung der Vocale gar kein Ton nothweudig sei, indem man sie ja
eben so gut mit tier Flsterstimme hervorbringen knne.
	BRCKE 1': sagt: Beim Gerusche sind so gut Impulse vorhanden
wie beim Ton, sie folgen nur nicht wie bei diesem in gleichmssigen
Intervallen, ja berhaupt nicht nach Seiner bestimmten Periode auf
einander. Von dieser Periode der primren Impulse ist aber auch nach
WILLIS nur die Tonhhe abhngig, nicht die Natur des Vocals. Fr
diese letztere ist es also auch ganz gleichgltig, ob berhaupt ein
Rhythmus in den primren Pulsationen ist oder nicht; sie hngt ledig-
lich ab von dein Echo, welches die primren Pulsationen in der
Mundhhle finden, von der Periode der seeundren Pnlsa-
tionen, die von jeder einzelnen primren Pulsationen nach wandelba-
ren Gesetzen hervorgerufen werden und von dem Vorhandensein einer
Periodicitt in den primren Pulsationen vollkommen unabhngig sind.
	So richtig dies auch im Ganzen ist, so scheint mir aus der Wrdi-
gung jenes Einwandes und der oben mitgetheilten Thatsaehen denn
doch hervorzugehen, dass die Theorie von WILLIs nicht die eigentliche
Natur der Voeale aufklrt, sondern das Problem in die soge-
nannten seeundren Pulsationen nur zurckverlegt.
Die seeundren Pulsationen haben aber gewiss nicht bios eine ein-
fache Periode, sondern sie setzen offenbar hchst eomplicirte Ge-
r  us eh e zusammen, welche fr sieh allein schon die einzelnen Voeale
vollkommen charakterisiren und das eigenthilmaliehe Timbre derselben
ausmachen, zu welchem der Ton der Stimme nur usserlich hinzu-
kommt.




1 Grundzge 5. 16.
