﻿Kleine Mittheilungen aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest. 0l)7
trag- zur leichten Herstellung eines anschaulichen Collegium-Experimentes zu liefern.
Ich benütze zu diesem Zwecke denselben Kolben mit den drei luftdicht durch den Kork hindurchgesteckten Glasröhren, welcher, wie oben erwähnt, als Luftreservoir bei den Athmungsv ersuch en dient. Ibis untere Ende der mittleren Röhre (1) wird in die Trachea einer sannnt dem Herzen und den grossen Gefässen ausgeschnittenen Kanin-chcnlungc eingebunden. Diese wird dann sammt dem Herzen durch den Hals des Kolbens in dessen bauchige Erweiterung, wo sie Raum hat sicli auszudehnen, hinabgeschoben und die Oeffnung des Kolbens mit ilem Korke luftdicht verschlossen.
Das Glasgefäss, in welchem nun die Lungen hängen, enthält Luft, nicht aber die Pleurahöhle. »Dies bedingt jedoch«, wie Donders in der Beschreibung seines Apparates a. a. 0. mit Recht hervorhebt, »keinen wesentlichen Unterschied; denn der Druck in einer geschlossenen Höhle muss nach der Spannung gemessen werden, welcher die Luft in einer solchen Höhle ausgesetzt ist«.
Mit diesem einfachen Apparate, zu welchem noch zwei mit gefärbtem Wasser gefüllte Manometer gehören, lassen sich folgende Sätze demonstriren :
a dass die Lungen ihrer Ausdehnung und Lufterfüllung einen bedeutenden Widerstand entgegensetzen :
h dass die ausgedehnten Lungen einen beträchtlichen Druck auf die in denselben cingescldossene Luft ausüben;
e dass die Innenfläche der Brust und die extrapulmonalen Organe in Eolge der Retractilität der elastischen Lungen einem niedrigeren Drucke unterliegen Doxdkks .
Ad a) Man befestige sowohl an die mittlere I) als an die kleine Röhre rechts (2‘ durch dickwandige Kautschukröhren je ein Manometer und sauge durch die Röhre links 3; die Luft zwischen Kolben und Lungenoberflächo heraus. In beiden Manometern wird die Flüssigkeit im kurzen Schenkel steigen, weil der Druck im Kolben nun nicht mehr eine ganze Atmosphäre beträgt.
Der Manometer, welcher mit dem Raume zwischen Lunge und Glaswand communicirt. wird jedoch eine weit beträchtlichere Druckdifferenz anzeigen. als jener, welcher mit der Lunge in Verbindung stellt. Würden die Lungen ihrer Ausdehnung keinen Widerstand entgegensetzen (der übrigens, wie sich zeigen lässt, mit der Ausdehnung' derselben mehr und mehr wächst;, so müssten beide Manometer offenbar dieselbe Druckdifferenz anzeigen.