﻿Kleine Mittlieilungcn aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest. 7
Ich Italic midi schon a. ;t. 0. dahin ausgesprochen, dass man wohl nur annehmen könne, dass das Atropin, wie schon de Heiter nachzuweisen bemüht war, den noch reizbaren Dilatator iridis direct zur Zusammenziehung veranlasse, indem man ja kaum an eine blos passive Quellungserscheinung, behufs der Erklärung jener Tliat-saclic, denken dürfe.
Ich stützte mich hierbei besonders auf die Beobachtung, dass die Iris, deren Sphincter ganz ausgeschnitten ist, in dem mit Atropin behandelten Auge nicht nur weniger durchscheinend wird, sondern auch an ihrer vorderen Fläche stärker gewölbt (gewulstet) erscheint, als jene in dem mit reinem destillirtem Wasser behandelten Auge, was entschieden auf eine active Contraction des Dilatators hindeutet.
Nichts desto weniger könnte man dieser einfachsten und am nächsten liegenden Deutung der thatsächlichen Erscheinungen entgegenhalten. wie es doch gar zu paradox sei, dass das Atropin lähmend auf den Sphincter und zugleich erregend auf den gleichfalls aus contrac-tilen Faserzcllcn bestehenden Dilatator wirken solle, — und ferner wie sich Alles eben so gut erklären liesse, wenn man nur die ganz unverfängliche Annahme machen wolle, dass sich nach der Atropinin-stillation, in Folge einer ganz passiven Quell ungsers eh ei-nung die Elasticität der Irisclemente, z. B. des Stroma’s oder des Dilatators, in der Art ändern würde, dass sich entweder die Widerstände. welche auch nach der gänzlichen Ausschneidung des Sphincters , der einfachen lietractilität des Dilatators entgegenwirken, beträchtlich mindern, oder dass die Kraft der lietractilität des Dilatators zunimmt.
Obschon die hypothetische Vorstellung von solchen passiven Quellungserscheinungen nicht ohne weiteres als unstatthaft von der Hand zu weisen ist, so wird man doch wenig geneigt sein dieselbe in ihrer ganzen Ausdehnung zu adoptiren, wenn man bedenkt, dass die Atropinwirkung nur so lange Zeit nach dem Tode noch in gewohnter Weise eintritt. alsder Dilatator seine II eizbarkeitbewa hr t liai)en kann.
Ich habe hierüber eine besondere Versuchsreihe angestellt, indem ich die Präparation und Behandlung der abgeschlagenen Kaninchenköpfe, ganz in der früher beschriebenen Weise erst nach 1, 3, 6, 12, 24 Stunden nach der Decapitation vorgenommen habe.
Es zeigte sich hierbei, dass die aus meiner vorigen Mittheilung bekannten Atropinwirkungen auf die ihres Sphincters beraubte Iris n u r bei dem 1 Stunde nach der Decapitation untersuchten Kaninchen unzweideutig erkennbar waren, während bei den übrigen 3, 6, 12,