Kleine Mittheilungen aus dein k. k. physiologischen Institute in Pest. 609
ist. Die Schlingen der sechs paarigen Fden werden um die Gelenke
der vier Extremitten und um die Basis der Ohren fest zugezogen. Die
einfache Schlinge des siebenten Fadens, welcher an dem nnpaaren
Wirbel in der Mitte der schmalen oberen Seite des Bretes befestigt ist,
kommt hinter die Schneidezhne des Oberkiefers (bei Katzen hinter
die Eckzhne) zu liegen, so dass man den Hals des Thieres nach Be-
diirfniss strecken und ber ein untergelegtes Kissen spannen kann.
Dieses Viviscetionsbret empfiehlt sich so sehr durch Billigkeit und Be-
quemlichkeit, dass ich es mir nicht versagen konnte dasselbe hiermit
jedem Experimentator zu empfehlen.
	4. Herr BALOGII, stud. med., hat sieh, auf meine Veranlassung,
mit einer Nachuntersuchung der interessanten, in BRCKE's Laborato-
rium gemachten Entdeckungen VOll BRETTAUER und STEInACH ber die
Struetur der hyalinen Sume der Epithelialzellen der Darmschleimhaut
bei Kaninchen, Hunden und Aseariden zn beschftigen begonnen und
durfte seiner Zeit selbst hierber berichten.
	Vorlufig mag nur erwluit werden, (lass wir die Angaben von
Brettauerund Steinach bereits in einigen wesentlichen Punkten
vollkommen besttigen konnten namentlich : I . (lie wechselnde Dicke
der Sume (obschon ohne eine ausnahmslose Beziehung zu ge-
wissen physiologischen Zustnden des Darmes , und 2. ihre deutliche
Zusammensetzung aus stbchenfrmigcn, is 01 i r b a ren Krperchen,
welche durch ihre regelmssige Aneinanderreihung Poreneanle vor-
tuschen. Bei Ascaris vom Schwein wurden diese Verhltnisse ausser-
ordentlich leicht und schon bei geringerer Vergrsserung sehr deutlich
gesehen. Von der Leichtigkeit aus dem Asearidendarm gute Prparate
zu bekommen, hatten mich BrETTAUEr und STEINACH schon im vorigen
Winter berzeugt.
5. Mein Assistent Herr Basslinger bemerkte vor einigen Wochen
an der Cardia eines ausgeschnittenen Kaninchenmagens sehr eigen-
thmliche rhythmische Zusammenziehungen, welche mich in gewisser
Beziehung an die von LEuCKArt, LErEBOULLET u. A. bei Inseeten,
Krebsen und Rderthierchen beobachteten rhythmischen Bewegungen
am Verdauungsapparat erinnerten.
	Diese Bewegungen oder Pulsationen der Cardia fehlen hufig
ganz, zuweilen treten sie jedoch sehr energisch auf und dauern, mehr
oder weniger regelmssig rhythmisch, lngere Zeit an. Mechanische
Reizung der Cardia lst dieselben zuweilen noch sehr leicht aus, wenn
dieselben nicht mehr von selbst eintreten, auch das Zusammendrucken
des Magens, wodurch der Speisebrei gegen die Cardia gedrngt wird,
thut dies.
Ozerm ah, Schriften.		39
