﻿GOG Kleine Mittheilungen aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest.
Wenn in Folge der Vagus-Durchschneidung die Regelmässigkeit, die Frequenz und die Celerität der Athemziige abnehmen. so kann es trotz der grösseren Tiefe derselben dazu kommen. dass die Schwankungen des Manometers zu gering ausfallen, um aus grösserer Entfernung deutlich gesehen zu werden, weil die Luft des Glaskolbens zu langsam aus- und eingepumpt wird, um eine hinreichende Druckdifferenz zu setzen.
Dann braucht man aber nur die Ocfthung der mittleren Röhre, durch welche die Atmosphäre ein- und austritt. zu verengern oder zu verschlissen. um sofort wieder ausgiebige Schwankungen am Manometer entstehen zu sehen. Würde das Luftreservoir hinreichend gross genommen, so könnte die Communication mit der Atmosphäre durch die mittlere Röhre ganz wegbleiben, und das mit einem Schwimmer versehene Manometer sehr genaue Aufzeichnungen der Athmungsbe-wegungen auf einem Kymographium entwerfen.
Statt des abgebildeten Apparates habe ich übrigens zu demselben demonstrativen Zwecke an die in der Trachea eingebundene Caniile ein Pfeifchen befestigt, welches bei jeder Exspiration des Thieres einen Ton von sich gab, und auf diese Weise die Frequenz der Athemziige dem ganzen Auditorium zu Gehör gebracht. Es versteht sich von selbst, dass das Pfeifchen leicht ansprechen muss und weder ein zu enges noch ein zu weites Lumen haben darf.
Beiläufig sei hier erwähnt, dass ich in einem am 17 R M. auf die beschriebene Weise angestellten Versuche ausnahmsweise sehr abweichende Resultate hirer den Einfluss der Vagi auf die Frequenz der Athemziige erhalten habe. Das grosse trächtige Kaninchen machte einige Zeit, nachdem es auf dem Yivisectionsbrete befestigt worden war. 64 Athemziige in der Minute. Nach Vollendung der Tracheotomie und Einbindung der Caniile wurde statt der gewöhnlichen Vermehrung, eine Verminderung der Athemziige 56. später nur 32 in der Minute beobachtet. Nach Durchschneidung beider Vagi am Halse, wurde der Rhythmus der Athmungsbewegungen zwar wie gewöhnlich etwas unregelmässig. dagegen fand nicht nur keine Verminderung der Frequenz. sondern, anfänglich wenigstens, eine Vermehrung 44 in der Minute Statt.
2. Zur Versinnlichung der Druckverhältnisse im Thorax hat Doxders bekanntlich einen eigenen Apparat angegeben vgl. Lelirb. S. 4o3 . Ich habe diesen Apparat etwas vereinfacht und glaube durch die Mittheiluug dieser Modification vielleicht manchem Lehrer der Physiologie einen trotz seiner Einfachheit nicht unwillkommenen Bei-