﻿608 Kleine Mitteilungen aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest.
Der Unterschied der beiden Druckdifferenzen kommt eben auf Rechnung des elastischen Widerstandes der Lungen.
Ad b) Saugt man durch die Rohre (3), während die Röhre 2) zugehalten wird, die Luft aus dem Kolben, so dringt die atmosphärische Luft durch die mittlere Röhre (1) in die Lungen ein und dehnt dieselben aus.
Wird nun ein Manometer mit der Röhre (1) in Verbindung gesetzt und hierauf, wenn das Gleichgewicht hergestellt ist, der verschlies-sende Finger von der Röhre (2) entfernt, so steigt die Flüssigkeit im längeren Schenkel des Manometers, indem die Lunge ihrer Gleichgewichtslage zustrebt und durch ihre elastische Zusammenziehung die in ihr enthaltene Luft zusammendrückt.
Ade) Befestigt man das Manometer an die Röhre (2) und bläst die Lunge durch die mittlere Röhre (1 langsam auf, so wirdein Theil der im Kolben enthaltenen Luft durch die offene Röhre (3; anstreten, ohne dass das Gleichgewicht im Manometer gestört wird, jedenfalls stellt sich dasselbe alsbald her, wenn die Lunge in einem bestimmten Grade der Ausdehnung erhalten wird. Schliesst man nun die Röhre (3) durch den aufgelegten Finger luftdicht ab und entfernt die Lippen von der Röhre, durch welche man die Lunge aufgeblasen, so steigt die Flüssigkeit in dem kurzen Schenkel des Manometers augenblicklich sehr bedeutend. Die Spannung der Luft im Kolben beträgt nämlich nun nicht mehr eine ganze Atmosphäre, indem die elastische lletractilität der ausgedehnten Lungen einen Theil des atmosphärischen Druckes trägt.
In dem Raume zwischen Glaswand und Lunge, welcher dem extrapulmonalen Raum des Thorax entspricht, befindet sich bei dieser Anordnung des Versuches, gerade wie in der Natur, das Herz mit den grossen Gefässen. Jenes und diese stehen somit unter demselben geringeren Drucke wie die Innenfläche der Brust Glaswand .
Bindet man das untere Ende der Röhre (2) in eine der grossen Venen ein. so kann man die aspirirende Wirkung der Lungenretracti-lität auf den venösen Kreislauf ad outlos demonstriren.
3. Zur Befestigung der Kaninchen für Viviseetionen bediene ich mich eines länglich-viereckigen Bretes, in welchem nahe am Rande
7 Bohrungen in dieser . . Anordnung angebracht sind, in denen Gei-
genwirbcl ähnliche Holzstücke stecken, die durch seitliche Stellschrauben flxirt werden können. An jedem dieser Wirbel ist ein starker, mit einer zuziehbaren Schlinge endender Bindfaden befestigt, der durch die Drehung des Wirbels aufzuwickeln und beliebig zu verkürzen