﻿Kleine Mittheilungen aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest. (> 19
kennen lassen, und ferner dass die chemischen Muskelreize mit der Erregung die Erregbarkeit vorübergehend oder bleibend vernichten.
Es wäre nämlich hiernach eine nur graduell verschiedene, keine entgegengesetzte Wirkung des Atropin auf Sphincter und Dilatator iridis ganz gut denkbar, indem ja die der Lähmung durch Atropin vorausgehende Erregung der Faserzellen des Sphincters möglicher Weise ungleich schwächer und kürzer als beim Dilatator aus-fallen könnte, und nur desshalb nicht zu beobachten wäre ! —
2. Reizversuche an halbirten Kaninchenköpfen.
Das Decapitiren von Kaninchen mit einem grossen hackenartigen Messer und das Halbiren derselben mit diesem Instrument, welches nach Spaltung der Haut und Durchsägung des Schädeldaches in der Sägelinie eingesetzt und durchgeschlagen wird, geht so rasch von Statten und ist so einfach, dass die Vorbereitungen zu Reizversuchen über gewisse Hirnnerven durch diese Manipulation sein- wesentlich abgekürzt und erleichtert werden.
Man kann auf diese Weise recht instructive Collégien-Versuche anstellen und desshalb erlaube ich mir den Gegenstand hier zur Sprache zu bringen.
Abgesehen von der Erregung der motorischen Nervenbahnen, unter denen besonders die des A. hypoylossus sehr präcis und verhält-nissmässig lange Zeit nach dem Tode anspricht, ist es mir auch gelungen den LuDwiG’schen Speichelversuch an der Parotis anzustellen und das Thränendrüsen-Secret auf Reizung des Trigeminusstammes zu reichlicherem Abfluss zu vermögen.
a Der von Ludwig in seinen berühmten physiologischen Expe-rimentalcursen seit langer Zeit an der Parotis des Kanincli eus d e m o n s t r i r t e S p e i c h e 1 v e r s u c h besteht bekanntlich darin, dass man am lebenden Thier zunächst die beiden Carol, intern, unterbindet, um die späteren Blutungen zu mindern, sodann den Schädel eröffnet, enthirnt und N. facialis im Meatus audit, intern, mit Inductionsströmen reizt. Vorher ist der Ductus Stenonianus blossgelegt und angeschnitten worden. Drückt man nun ein Stückchen rothes Lackmuspapier an die erötfnete Stelle an, so entsteht auf demselben ein während der Facialis-Reizung sich v e r g r ö s s e r n d e r blauer Fleck durch den aufgesaugten stark alkalischen Speichel.
Dieser Versuch gelingt, wie gesagt, noch ganz gut an einer so eben von dem übrigen Thiere getrennten Kopfhälfte, was um so bemerkenswerther ist, als hier die Secretion des Speichels durch Rei-