606 Kleine Mittheilungen aus dein k. k. pIiysioogischen Institute in Pest.

	Wenn in Folge der Vagus-Durchschneidung die Regelmssigkeit,
die Frequenz und die Celeritiit der Athemztige abnehmen, so kann es
trotz der grsseren Tiefe derselben dazu kommen, dass die Schwan-
kungen des Manometers zu gering ausfallen, um ans grsserer Entfer-
nung deutlich gesehen zu werden, weil die Luft des Glaskolbens zu
langsam aus- und eingepumpt wird, um eine hinreichende Druck-
differenz zu setzen.
	Dann braucht man aber nur die Oeffnung der mittleren Rohre,
durch welche die Atmosphre ein- und austritt, zu verengern oder zu
verschliessen, um sofort wieder ausgiebige Schwankungen am Mano-
meter entstehen zu sehen. Wurde das Luftreservoir hinreichend gross
genommen, so knnte die Communication mit der Atmosphre durch
die mittlere Rhre ganz wegbleiben, und (las mit einem Schwimmer
versehene Manometer sehr genaue Aufzeichmmgen der Athinungsbe-
wegungen auf einem Kymographium entwerfen.
	Statt des abgebildeten Apparates habe ich brigens zu demselben
demonstrativen Zwecke an die in der rfl.aehea eingebundene Canhle
ein Pfeifehen befestigt, welches bei jeder Exspiration des Tliieres
einen Ton von sich gab, und auf diese Weise die Frequenz der Atheni-
zuge dem ganzen Auditorium zu Gehr gebracht. Es versteht sich von
selbst, dass das Pfeifelien leicht ansprechen muss und weder ein zu
enges noch ein zu weites Lumen haben darf.
	Beilufig sei hier erwhnt, dass ich in einem am 1 7 1. M. auf die
beschriebene Weise angestellten Versuche ausnahmsweise sehr ab-
weichende Resultate ber den Einfluss der Yagi auf die Frequenz der
Athemzuge erhalten habe. Das grosse trchtige Kaninchen machte
einige Zeit, nachdem es auf dem Vivisectionsbrete befestigt worden
war, 64 Athemzttge in der Minute. Nach Vollendung der Tracheotomie
und Einbindung der Canle wurde statt der gewhnlichen Vermehrung.
eine Verminderung der Athemzuge 56, spter nur 32 in der Minute
beobachtet. Nach Durchschiieidung ])eider Vagi am Halse, wurde der
Rhythmus der Athmungsbewegungcn zwar wie gewhnlich etwas un-
regelmssig, dagegen fand nicht nur keine Verminderung der Fre-
quenz sondern, anfnglich wenigstens , eine Vermehrung 44 in der
Minute' Statt.
	2. Zur Versinnlichung der Druckverhltnisse im Thorax hat
DoNiEiis bekanntlich einen eigenen Apparat angegeben vgl. Lehirb.
S. 403. Ich habe diesen Apparat etwas vereinfacht und glaube durch
die Mittheilung dieser Modification vielleicht manchem Lehrer der
Physiologie einen trotz seiner Einfachheit nicht unwillkommenen Bei-
