Kleine Mittheilungen ans dem k. k. physiologischen Institute in Pest. 007
trug zur leichten Herstellung eines anschaulichen Collegium-Experi-
inentes zu liefern.
	Ich bentze zu diesem Zwecke denselben Kolben mit den drei
luftdicht durch den Kork hindurehgesteckten Glasrohren, welcher, wie
ben erwhnt, als Luftreservoir bei den Athmungsversnelien dient.
Das untere Ende der mittleren Rohre (1) wird in die Trachea einer
sammt dem Herzen und den grossen Gefssen ausgeschnittenen Kanin-
chenlunge eingebunden. Diese wird dann sammt dem Herzen durch
den Hals des Kolbens in dessen bauchige Erweiterung, wo sie Raum
hat sich auszudehnen, hinabgeschoben und die Oeffnung des Kolbens
mit dein Korke luftdicht verschlossen.
	Das Glasgefss, in welchem nun die Lungen hngen, enthlt Luft,
nicht aber (lie Pleurahohle. Dies bedingt jedoch, wie DoxPEus ill
der Beschreibung seines Apparates a. a. 0. mit Recht hervorhebt.
e keinen wesentlichen Unterschied; denn der Druck in einer geschlos-
senen Hohle muss nach der Spannung gemessen werden, welcher (lie
Luft in einer solchen Hohle ausgesetzt ist.
	Mit diesem einfachen Apparate, zu welchem noch zwei mit ge-
fdrbtem Wasser gefllte Manometer gehoren, lassen sich folgende Stze
(lemonstriren
	a dass die Lungen ihrer Ausdehnung und Lufterfllung einen
bedeutenden Widerstand entgegensetzen:
	U dass die ausgedehnten Lungen einen betrchtlichen Druck auf
die in denselben eingeschlossene Luft ausben; 		-
	c dass die Innenflche der Brust- und die extrapulmonalen Organe
in Folge der Retraetilitt der elastischen Lungen einem niedrigeren
Drucke unterliegen (Do--, 9E115
	Ad a) Mau befestige sowohl an (lie mittlere ) 1) als an (lie kleine
Itohre rechts )2) durch dickwandige Kautschukrohren je ein Mano-
meter und sauge durch (lie Rohre links 3) die Luft zwischen Kolben
und Lungenoberflche heraus. In beiden Manometern wird die Fls-
sigkeit im kurzen Schenkel steigen, weil der Druck im Kolben nun
nicht mehr eine gauze Atmosphre betrgt.
Der Manometer. welcher mit dem Raume zwischen Lunge und
Glaswand communicirt. wird jedoch eine weit betrehtliehere Druck-
differenz anzeigen. als jener, welcher mit der Lunge in Verbindung
steht. Wrden die Lungen ihrer Ausdehnung keinen Widerstand ent-
gegensetzen )der brigens, wie sich zeigen lsst, mit der Ausdehnung
derselben mehr und mehr wchst), so mssten beide Manometer offen-
bar dieselbe Druckdifferenz anzeigen.
