Kleine Mittheilungen aus dem k. k. physiologischen Institute in Pest. 611

	Ich habe nun wiederholt die Beobachtung gemacht, dass sich die
Neigung der idealen ruhenden Mittellinie, um welche die Nadel oseil-
lirt, alsbald merklich ndert, wenn man beide Vagi am Halse durch-
schneidet, und zwar habe ich mehrfach gesehen, dass die ruhende
Mittellinie, wenn sie im Beginn des Versuches senkrecht auf der Thorax-
wand stand, kurze Zeit nach der Vagusdurchschneidung - besonders
wenn einige tiefe krampfhafte Respirationsbewegungen eingetreten
waren - eine deutliche Neigung gegen den Kopf des Thieres bekam,
so dass der obere Winkel zwischen ihr und der Thoraxwand spitziger,
der untere stumpfer wurde.
	Aus dieser vernderten Neigung der oscillirenden Nadel ist auf
eine solche Lagenvernderung des angestochenen Herzpunktes gegen
den durchstochenen Punkt der Tlioraxwand in Folge der aufgehobenen
Vaguswirkung zu schliessen, dass der erstere gegen den letzteren nach
a 1) wr t s rckt.
	Da die Vagi sowohl auf die Herz- als auf die Athmungsbewegungen
Einfluss haben, so wage ich es vorlufig noch nicht, einen Versuch zur
Erklrung dieser auffallenden Erscheinung und ihres eigentlichen Zu-
sammenhanges mit der Aufhebung der Vaguswirkung zu machen.


3. Ueber die Wirkung des Atropins auf die Iris.

	Dass das Atropin den Sphincter iridis 1  h m t, wird mit Recht all-
gemein als bewiesen betrachtet; ob das Atropin hingegen auf den
Dilotator pupillae verkllrz end wirkt, wird jedoch - obgleich durch
DE RunEn's 1) Experimente und manche anderen Beobachtungen sehr
wahrscheinlich gemacht - so lange bezweifelt werden knnen, als
hierfr nicht unzweideutigere Beweise beigebracht sind, denn bisher.
DE RurrEu sagt 1. c. S. 34:  Unum tontum experirnentum ar,tat,onem
dilatatoris vero sirnilem reddere videtur. Nimirum irritatione galvan lea
ad oculum animalis viventis opplicata, con tractionein nlriusque museuli
iridis efflci constat, praeponderante musculo sphinctere, ha lit pupiliae 
con-
iraclio sequatur. Aliquantum temporis post mortem, diminuta sphincteris
iflagis quam dilatatoris irritabilitate, irritationem galvanicam dilatatio
sequi potest. Ita saepissirne fit in cuniculis. Mydriatico autem applicato,
marga semper sat notabilis iridis superest. Si hoc in statu contractio tan-
join normalis adesset musculi dilcitatoris, major etiam hujus contractio,
pup iliac dilatationem augens, expectanda foret e stimulo go ivan ico app Ii-


I lie actione Atropae Belladonnae in indem. Diss. Utrecht. 1853.
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