﻿()28 Floureiis Experimente an Vögeln Uber die halbcirkelfürniigen Canäle.
die Verletzung der Bogengänge geschieht. mit desto geringerer Hast werden die erwähnten Bewegungsstörungen eintreten.
Auch der Verletzungsort der Bogengänge scheint auf den Grad der Störungen von sehr grossem Einflüsse zu sein.
Die eigentlichen Bedingungen der erwähnten merkwürdigen Erscheinungen können daher hei Weitem noch nicht für festgestellt betrachtet werden: es ist sogar auch das fraglich, oh die Störungen eintreten würden, wenn sich die Verletzungen ausschliesslich und allein auf die häutigen Bogengänge beschränkte, welche in Knochencanälen eingeschlossen sind. Dieser Zweifel ist schon deswegen gestattet. w7eil nicht anzunehmen ist. dass die beinahe ganz aus einer structurlosen, glasartigen Membran bestehenden Bogengänge die Bewegung direct influenziren. daher in jedem Falle zwischen der Verletzung der Bogengänge und der enormen Störung der Bewegungsfunctionen ein mittelbarer Zusammenhang gesucht werden muss.
Die Aufklärung all’ dieser Fragen, sowie die Erörterung des ganzen merkwürdigen Problems muss somit zukünftigen Experimenten und anatomischen Studien überlassen bleiben.
Das Interesse, das den Physiologen an dieses Problem fesselt, ist sehr gross, wenn man bedenkt, dass sich Flourexs in allen Fällen von der Unversehrtheit des Gehirns überzeugte, — dass die Symptome an jedem der drei Bogengangpaare eigenthümlieh und charakteristisch von einander abweichend sind. — und dass endlich die erwähnten Symptome in keinem Falle der unmittelbaren Verletzung des Gehirns folgten.
Um das Interesse des praktischen Arztes zu erwecken. erwähne ich eine Stelle aus Flourens' Werke, welche sich auf das eigenthüm-liche Schütteln des Kopfes (branlement impétueux de la tête bezieht.
Seite 467 fragt er :
»Le branlement impétueux de la tète qui vient d'etre décrit est donc un phénomène propre aux canaux semi-circulaires. En outre . ce phénomène est. d’autant plus important à considérer qu'il n'est pas rare de le nui• constituer un symptôme plus ou moins dominant dans plusieurs maladies , soit de l'homme soit des animaux : et c’est sans doute un propres de diagnostic, qui ne sera pas perdu pour la thérapeutique. que la détermination du siège d’un aussi singulier symptôme «.