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Flourens’ Experimente an Vögeln über die halbcirkel-förmigen Canäle,
[Orvosi Hetüup, Pest, October I860 mul Comptes rendus I860.]
Flourens machte schon in den Jahren 1S24—1S28 die Erfahrung, dass bei dem Durchschneiden der Semicircularcanäle, welche mit dem Yorhofe und der Schnecke das Labyrinth des Ohres bilden, den, bei Verletzung gewisser Gehirntheile vorkommenden Zwangsbewegungen ähnliche Symptome eintreten. Obgleich Flourens’ Erfahrung seit 30 Jahren her datirt und die fraglichen Symptome zu den auffallendsten und eigenthümlichsten Fällen der experimentalen Physiologie gehören, fielen sie doch der Vergessenheit anheim und ich erinnere mich keiner Physiologie, in welcher ich eine diesbezügliche Notiz gelesen hätte.
Ich lernte Flourens1 Experimente bei meinem letzten Pariser Aufenthalte kennen, als sein: » Récherches expérimentales sur les propriétés et les fonctions du Système nerveux. Paris l S42 « betiteltes Werk mir wieder in die Hände fiel. Bei der sorgsamen Durchsicht desselben stiess ich auf die ausführliche Beschreibung jener wichtigen Experimente, die bisher so geringer Aufmerksamkeit gewürdigt wurden. Ich entschloss mich allsogleieh, Flourens’ Experimente bei nächster Gelegenheit zu prüfen und, nach der eingehenden Prüfung der Thatsachen deren Zusammenhang, soweit als möglich, zu erforschen. Da ich Paris jedoch sogleich verlies», konnte ich mein Vorhaben nicht sofort ausführen. —
Aber schon in Ischl, wo ich mich, bei meiner Rückkehr wegen Familienangelegenheiten, auf hielt, bot mir der dortige Badearzt Dr. Mastalter die gewünschte Gelegenheit einige Experimente anzustellen. und bald nachdem ich in Pest anlangte, führte ich zu diesem Zwecke in dem hiesigen physiologischen Institute in Gemeinschaft mit
Czermalc, Schriften.	40