﻿XL VII.
Zur objectiven Erklärung einiger sogenannten subjecti-ven Gesichtserscheinungen,
[ Wiener akacl. Silzungsber., XLIII. Bd.ISlil u. Moleschott's l'nlersurhungen, VIII. Bri.]
1. Die elliptischen Lichtstreifen.
Schon Pt'RKYNÈ beschreibt in seinen «Beobachtungen und Versuchen zur Physiologie der Sinne-«. Bd. IL Berlin 1825, S. 71 unter dem Namen der »elliptischen Lichtstreifen« eine zarte Lichterscheinung, welche entsteht, wenn man im Finstern das Bild einer kleinen leuchtenden Fläche nahe bei deren Axenpuukt und nach aussen von demselben auf die Netzhaut fallen lässt.
»Um die Beobachtung gehörig zu verlängern«, heisst es 1. c., » schnitt ich von Zflndscliwamm einen langen dünnen Streifen und liess ihn in der Dunkelheit abglimmen. Nun konnte ich das Phänomen bequem und in seinem ganzen Umfange beobachten. Das Bild des verglimmenden Schwammes darf nicht genau im Axenpuukt des Auges liegen. sondern nahe daneben nach innen auf der Betina. also nach aussen vom Axenpuukt. (.'/.. . Man erblickt sogleich beim ersten Hinsehen. wo der Eindruck auf's Auge am lebhaftesten ist. von dem oberen und unteren Umfange des leuchtenden Bildes zwei elliptische Streifen, erst breiter, dann dünner werdend, auf- und abwärts und quer nach aussen gleich einem liegenden Hörnerpaare gebogen, und mit den äussersten Spitzen nahe an der Eintrittsstelle des Gesichtsnerven sich beinahe berührend. Die elliptischen Schenkel dieser Streifen sind nach oben und unten beweglich, so dass sich der innere Baum, den sie einschliessen. erweitert oder verengert. V ie man den Axenpuukt des Auges aus der Nähe des leuchtenden Bildes mehr gegen den Mittelpunkt des inneren Baumes der Ellipse rückt, so öffnen sich die Hörner derselben und nähern sich der Gestalt des Kreises: wird hingegen das