﻿Zur objectiven Erklärung einiger sog. subjectiven Gesiclitserscheinungen. 633
gegen farbiges Liebt ein, so nehmen dieselben meist eine zarte Färbung an. welche jedoch niemals jene des einfallenden Lichtes ist. Diese subjective Färbung des matten graulichen Lichtscheines dürfte sich zum Theil aus einer Contrastwirkung oder Verstimmung des Seu-soriums erklären, welche unter diesen Umständen gar nicht ausbleiben kann. Vgl. Brl'Cke's Untersuchungen über subjective Farben. Denkschriften der kais. Akademie. Bd. III. 1SÖ I.
2. Die Lichtschattenfigur.
Seit ich die PuiîKYxi'sche »Lichtschattenfigur« als eine entoptiselie Erscheinung erkannt hatte. welche mit den Elementen der Membrana Jacobi retinae in Beziehung stehen müsse, war ich vielfach bemüht, mir eine plausible Vorstellung über den eigentlichen Vorgang bei ihrer Erzeugung zu machen.
Wenn ich jetzt auf diesen Gegenstand zurückkomme, so geschieht dies, weil ich einerseits den Schlüssel zur Erklärung wenigstens eines Theiles dieser Erscheinung endlich gefunden zu haben glaube, und weil mir andererseits die ganze Frage, deren vollständige Lösung mancherlei Aufschlüsse und Fingerzeige für die Anatomie und Physiologie der Netzhaut verspricht und von ihnen zu erwarten hat) der allgemeineren Aufmerksamkeit werth zu sein scheint.
Zunächst will ich daran erinnern, dass ich von der in PurkyniVs »Beiträgen« Bd. LS. 10, beschriebenen, mehr unbestimmten »Licht-schattenfigur«, welche aus »primären« und »secundären« Gestalten besteht, jene unter gewissen Umständen im Bereiche des gelben Fleckes Scharf und bestimmt hervortretende, dichte Mosaik von blassen, durch hellglänzende feine Linien abgegrenzten rundlichen Scheibchen, welche ich 1. c. genauer beschrieben habe, unterscheide. Diese Mosaik kann auch nicht mit den von Pckkysè erwähnten »Sechsecken« identisch sein.
Die sogenannte primäre Erscheinung der Pukkyne’sehen Lichtschattenfigur besteht in einer sehaehbreiartigen, gegen die Peripherie sich vergrössernden Würfelung des ganzen Sehfeldes.
Sie kann am bequemsten zur Anschauung gebracht werden, wenn man durch die Löcher oder Spalten einer rasch rotirenden Pappscheibe nach dem.gleiehmässig umwölkten Himmel sieht.
Trotz des vollkommen neutralen Lichtes der hellgrauen Wolken nehmen die schattigen Stellen der Lichtschattenfigur leicht eine subjective violette Färbung an. Lässt man das Wolkenlicht durch far-