﻿Zur objectiven Erklärung einiger sog. subjectiven Gesiehtsersclieirmngen. 635
ordnet sein müssen ; ähnlich wie die Zellen des Bienenstocks sich im Querschnitte zeigen«.
»Sechsecke, welche auf solche Weise in eine Ebene geordnet sind, bilden in drei Richtungen, welche sich unter Winkeln von 60° schneiden. Reihen mit einander. Innerhalb jeder dieser Reihen hat ein jedes Sechseck einen grössten Durchmesser da, wo in den anstoßenden Parallelreihen je zwei Sechsecke sich berühren und am schmälsten sind. Man denke sich auf eine mit solchen Sechsecken gefüllte Tafel ein Gitter gelegt, dessen Stäbe irgend eine der drei Reihen unter rechtem Winkel kreuzen«.
»Welches wird nun die Vertheilung der Bilder der Gitterstäbe auf den Sechsecken sein, z.B. unter der Voraussetzung, dass jeder Gitterstab die halbe Breite eines Sechseckes bedecke und die Distanzen der Stäbe eben dieselbe Breite haben ?«
»Wir können unter diesen Voraussetzungen das Gitter so auf die Sechsecke legen, dass ein jedes derselben zur einen Hälfte einem Stabe, zur anderen einem Zwischenräume entspricht. Setzen wir ein so auf den Zapfen entworfenes Netzhautbild weisser und schwarzer Striche, so erhalten wir als Resultat eine völlig homogene Mengung, eine ungedeckte graue Fläche. Verschieben wir dagegen das Gitter auf den Secksecken um ein Viertel der Breite der Sechsecke, so wird das Resultat ein ganz anderes. Jetzt sind die Sechsecke je in einer Reihe von den Stäben, in der anderen von den Zwischenräumen mehr bedeckt, und zwar im Verhältnisse von 7 zu 5. Also : es würde eine Reihe der Zapfen eine gleichmäßige Mengung von sieben Theilen Schwarz und fünf Theilen Weiss erhalten, die nächste sieben Tlieile Weiss und fünf Theile Schwarz, eine dritte sich wie die erste, die vierte sich wie die zweite verhalten. Diese“Reih en liegen rechtwinklig gegen die Bilder der Striche«.
»Es ist dabei zugleich fast nothwendig gegeben, dass solche Wahrnehmungen sehr flüchtig sein müssen, da eine Bewegung der Retzhautfläche um ein Viertel eines Zapfendurchmessers hinreicht, die Erscheinung wechselnd hellgrauer und dunkelgrauer Striche aus rein grauem Felde hervortreten und wieder in dasselbe verschwinden zu lassen «.
»Es ist ferner leicht einzusehen, dass eine solche Erscheinung nicht nothwendig an eine ganz bestimmte Entfernung gebunden sei. Es kann die Entfernung — oder das Verhältniss der Breite der Striche zur Breite der Sechsecke — sich etwas ändern und noch immer können hellgraue und dunkelgraue Striche gesehen werden, rechtwinklig gegen die Richtung der objectiv vorhandenen gelegen. Nur würde man,