XLVII.
Zur objectiven Erklrung einiger sogenannten subjecti-
ven Gesichtserscheinungen,
[Wiener akad. Sitzungsber., XLIII. Bd. 1861 a. Moleschott's 
Untersuchungen, Till. Bd.]


















1. Die elliptischen Lichtstreifen.
	Schon PURKYNE beschreibt in seinen Beobachtungen und Ver-
suchen zur Physiologie der Sinne, Bd. II. Berlin 1S23, S. 74 unter
dem Namen der elliptischen Lichtstreifen eine zarte Lichterscheinung,
welche entsteht, wenn man im Finstern das Bild einer kleinen leuch-
tenden Flche nahe bei deren Axenpunkt und nach aussen von dem-
selben auf die Netzhaut fallen lsst.
Um die Beobachtung gehrig zu verlngern, heisst es 1. c.,
 schnitt ich von Zndschwamm einen langen dnnen Streifen und
liess
ihn in der Dunkelheit abglimmen. Nun konnte ich das Phnomen
bequem und in seinem ganzen Umfange beobachten. Das Bild des
verglimmenden Schwammes darf nicht genau im Axenpunkt des Auges
liegen, sondern nahe daneben nach innen auf der Retina, also nach
aussen vorn Axenpunkt. Cz. . Man erblickt sogleich beim ersten Hin-
sehen, wo der Eindruck auf's Auge am lebhaftesten ist, von dem oberen
und unteren Umfange des leuchtenden Bildes zwei elliptische Streifen,
erst breiter, dann thinner werdend, auf- und abwrts und quer nach
aussen gleich einem liegenden Hrnerpaare gebogen, und mit den
ussersten Spitzen nahe an der Eintrittsstelle des Gesichtsnerven sich
beinahe berhrend. Die elliptischen Schenkel dieser Streifen sind
nach oben und unten beweglich, so dass sich der innere Raum, den sie
einschhiessen, erweitert oder verengert. Wie man den Axenpunkt des
Auges aus der Nhe des leuchtenden Bildes mehr gegen den Mittel-
punkt des inneren Raumes der Ellipse rckt, so ffnen sich die Hrner
derselben und nhern sich der Gestalt des Kreises: wird hingegen das
