Zur objectiven Erklrung einiger sog. subjectiven Gesichtserscheinungen. 631

von Sprengkohle; und um auch mit anderen Lichtquellen und Farben
bequem experimentireu zu knnen, liess ich mir eine hinreichend
weite, innen matt geschwrzte Rohre aus Pappe anfertigen, an deren
offenes Ende das Auge angelegt wurde, whrend in dem Boden des
verschlossenen anderen Endes ein kleines Lchelchen angebracht war,
durch welches verschiedenfarbiges, von den verschiedensten Quellen
ausstrmendes Licht einfallen konnte.
	Es kommt viel darauf an, dass das Auge durch diese Vorrichtung
in mglichst vollstndige Finsterniss versetzt wird, und ausser durch
das Lchelchen, weder von aussen, noch von innen durch Reflex an
den Wnden Licht in's Auge dringt.
	Was nun die constante organische Bildung im Inneren des Auges
betrifft, welche die Entstehung der elliptischen Lichtstreifen erklren
soll, so fand ich dieselbe in der cigenthmlichen, durch die neueren
histologischen Untersuchungen ber die Netzhaut aufgedeckten Anord-
nung der Schnervenfasern um den gelben Fleck herum.
	Krzlich tlieilte mir FURKYN, als ich ihm meine Ansicht vortrug,
mit, dass auch er bereits an den Verlauf der Opticusfasern in jener
Gegend gedacht habe.
	Meine nachstehende Auseinandersetzung durfte jeden Zweifel
hierber beseitigen.
	Am gelben Fleck geht bekanntlich nur ein kleiner Theil Opticus-
fasern in geradem Verlauf gegen das innere Ende desselben, whrend
der andere viel grssere, theils um die seitlichen Theile und das
ussere Ende zu erreichen, theils um die in der Gegend des gelben
Fleckes entstandene Lcke zu umgreifen - je weiter nach aussen,
um so grssere Bogen beschreibt.
	Nach aussen vom gelben Fleck convergiren die bogenfrmig ge-
krmmten Fasern gegen eine gerade Linie oder Raphe, und nehmen
erst in einer kleinen Entfernung vom usseren Winkel des gelben
Fleckes, indem sie sich nach und nach strecken, endlich wieder einen
geraden Lauf an. (Vgl. KLLifiEn's Handb. der Gewebel. 2. Auflage,
Fig. 319, S. 639.)
	Diese Raphe und der ussere Winkel des gelben Fleckes sind die
Netzhantstclle, auf welche das Bild der kleinen leuchtenden Flche
fallen muss und wirklich fllt, wenn die elliptischen Lichtstreifen ent-
stehen sollen; und die eigenthmliche Dispersion des Lichtes an den
bogenfrmig verlaufenden Opticusfascrn ist es, welche ihre Entstehung
bedingt.
	An einem aus feinen glnzenden Kupferdrahten - wenn auch
etwas roh nachgebildeten Schema des Opticnsfasernverlanfes der frag-
