63S Zur oljectiveu Erklrung einiger sog. subjeetiven Gesichtserscheinungen.

	Dafr spricht auch noch der Umstand, dass weder ich, noch mein
Freund Prof. PIERRE und sein Assistent Herr LIPPICH eine Spur der
primren Lichtschattenfigur bemerken konnten, als wir im Finstern
clue mattgeschliffene Glastafel betrachteten, welche durch glnzende
elektrische Funken in raschen Unterbrechungen hell erleuchtet wurde.
	Freilich hat Purkyne Fragmente des primren Wrfelfeldes unter
den verschiedensten Bedingungen - 'beim Druck auf's Auge, beim
gehemmten Blutverlauf, in nervsen Zustnden etc. - beobachtet und
ich habe an mir selbst hnliche Erfahrungen gemacht, allein ich bin
weit entfernt zu glauben, dass sich hierauf irgend ein stichhaltiger
Einwand gegen den obigen Erklrungsversuch grnden lsst, indem
in diesen Fllen offenbar ganz andere Bedingungen in's Spiel kommen
und berdies die Erscheinung mit der Lichtschattcnfigur selbst nicht
vollkommen identisch ist.
	Was die sogenannten s e c und  r en Ge s tal t en der Lichtschat-
teufigur betrifft, so kann man dieselben mit PURKYNi auf die Grund-
erscheinung der primren Wrfelfelder zurckfhren. PunIcYNii sagt
1. c. S. 19: Je nachdem nmlich verschiedene Reihen von diesen auf
der einen oder der anderen, oder an beiden Seiten zugleich heller sind,
bilden sic auch verschiedene Linien, die dann in ihrer Relation gegen
einander die sccuudrcn Figuren geben. Jedoch sind jene zuerst be-
schriebenen der Achtstrahl, das Schneckenrechteck bei mir am be-
stndigsten. Dass sic bei Anderen ganz verschieden aussehen mgen,
bin ich sehr geneigt zu glauben und ich meine, dass es vorzglich von
der syuthesircnden Thtigkeit des Sinnes abhange, welche Reihen
aufgefasst und zur Einheit verbunden werden, und dass wenn mehrere
Reihen nach denselben rumlichen Verhltnissen fters verbunden
worden, eine Geneigtheit zurckbleibt, dieselben wieder leichter her-
au zu finden.
	Immerhin bleibt es fraglich, ob man nicht spter vielleicht in der
Anordnung der Elemente der Stbchcn-Zapfenschicht objective Anhalts-
punkte zur Erklrung der secundren Figuren entdecken wird.
	Fr cinigermaasseu verschieden von den errterten primren und
secundreu Gestalten der Puuicyzi'schcn Lichtschattcufigur muss ich
vorlufig, wie gesagt, die von mir beschriebene Mosaik von Scheibchen
erklren, welche unter hnlichen Umstnden wie jene, beilufig im
Bereiche des gelben Fleckes auftritt.
	Diese Mosaik sehe ich nmlich mitunter mit einer solchen Schrfe
und Bestimmtheit, dass ich mich der Vorstellung nicht erwehren kann,
es handle sich dabei nicht wie dort um eine bloss unbestimmt be-
grenzte, gruppenweise wechselnde Verthciluug von Licht und Schatten
