632 Zur objectiven Erklrung einiger sog. subjeetiven Gesichtserscheinungen.

lichen Gegend wurde im Finstern, durch locale Erleuchtung der Con-
vergenzlinic vermittelst Sprengkohle, der bogenfrmige Verlauf der
Drhte glnzend erleuchtet.
Eine gekrmmte Thermometerrhre, welche auf ein Blatt Papier
gelegt worden war, erzeugte einen durch das Papier hindurchschim-mernden 
bogenfrmigen Lichtstreif, als eines ihrer Enden im Finstern
durch Sprengkohle erleuchtet wurde.
	Dass etwas Aehnliches (vielleicht mit Fluoresccnzerscheinungen
complicirt) im Auge stattfinde, ergiebt sich aus der vollkommen ber-
einstimmenden Form der elliptischen Lichtstreifen mit dem bogenfr-
inigen Verlauf der Opticusfasern; indem die ersteren nicht nur mit
ihren Spitzen genau gegen den Mittelpunkt der Eintrittsstelle des
Opticus sieh zusainmenneigen und verlieren, sondern auch gerade so
wie die daselbst von den Opticusfasern beschriebenen Bogen um so
flacher gekrmmt erscheinen, je nher das Bild der leuchtenden Flche
der Fovea centralis rckt.
	Den beiden elliptischen Lichtstreifen entspricht also ein o bj c c -
t iv c s Lichtbild, welches auf der lichtempfindenden Netzhaut-
flche in Folge der eigenthtimlichen, mglicherweise mit Fluoresccnz-
erscheinungen complieirten Dispersion des Lichtes von den bogenfrmig
verlaufenden Opticusfasern entworfen wird.
	Warum die Opticusfasern gerade nur, wenn sie von der bezeich-
neten Stelle aus beleuchtet werden, ihrem Verlauf entsprechende
Lichtstreifen erzeugen und cntoptisch sichtbar werden, mag damit
zusammenhngen, dass sie eben nur an jener Stelle einen stark con-
vergenten und gekrmmten Verlauf besitzen.
	Vielleicht auch ist diese Netzhautregion durch ihre hhere Erreg-
barkeit und durch das Verhltniss der relativen Dicke ihrer Schichten
der Dispersion des Lichtes und der Wahrnehmung derselben besonders
gnstig.
	In dieser Beziehung ist der bereits von PumncYNL hervorgehobene
Umstand zu erwhnen, dass bei der beschriebenen Erscheinung noch
ein Lichthof um das Bild der leuchtenden Flche cxistirt, mit dem
die elliptischen Streifen in unmittelbarem Zusaminenhange stehen.
Fllt das Bild auf andere Nctzhautstcllcn, so wird ein solcher Lichthof
gar nicht, oder doch nicht so leicht wahrgenommen.
	Hat man sich eine der oben beschriebenen Rohre hnliche Vor-
richtung besorgt, so kann man, wie gesagt, mit den verschiedensten
Lichtquellen experimentiren. Wendet man z. B. neutrales hellgraues
Licht an, so erscheinen die Bogenstreifen und der Lichthof, so lange
keine Blendungserscheinungen eintreten, ebenfalls farblos. Fllt hin-
