﻿XL VIII.
Das Myochronoskop.
[ Wiener akad. Sitsunyxber., XLIV. Bä. 18kl u. Molesehott's Untersuchungen VIII. Bd.]
Mit dem Namen »Myochronoskop« will ich einen Apparat bezeichnen, welchen ich ersonnen habe, um verschwindend kleine Zeitintervalle, zwischen zwei rasch auf einander folgenden Muskelzuckungen, so wie die Eeihenfolge, in welcher die Muskeln zucken, sicher und sehr augenfällig wahrnehmbar zu machen.
Ich hatte dabei zunächst nur eine Demonstration der von Helmholtz gemessenen endlichen Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenerregung vor einem grösseren akademischen Auditorium im Sinne, für welche sich die llEi.Miioi.Tz'schen Apparate bekanntlich nicht recht eignen : doch kann das Myochronoskop und das Princip, auf dem es beruht, offenbar noch zu vielen anderen demonstrativen Zwecken benützt werden h, und es empfiehlt sich deshalb jedem Lehrer der Experimental-Physiologie.
Um die zu demonstrirenden Erscheinungen weithin sichtbar zu machen, bediente- ich mich des elektrischen Stromes und seiner Wirkung auf den sogenannten Muskcltelegraphen von Du Bois.
Zur Erläuterung des Princips meiner Vorrichtung dient der beigedruckte Holzschnitt Fig. I.
J/, J/2 sind die beiden vermittelst der Oberschenkelknochen in Klemmen befestigten Wadenmuskeln eines und desselben Frosches mit ihren möglichst lang erhaltenen Nerven Aj V2; an der Sehne jedes
1 So z. B. zur Demonstration der von Bezold nachgewiesenen Veränderungen der Nervenleitungsgesehwindigkeit im Elektrotonus — sowohl hinsichtlich der zeitlichen Verhältnisse der Uebertragung von Querschnitt zu Querschnitt als hinsichtlich der Probe auf die PflüGerscIic Theorie der elektrischen Beizung und das Zuckungsgesetz u. dgl.