﻿Das Myoclii'onoskop.
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Eine Demonstration der endlichen Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenerregung vermittelst des Myoehronoskopä habe ich zum ersten Male am 15. Mai, dann am 26. und 27. Juni 1. J. im hiesigen physikalischen Universitätslaboratorium, dessen Benutzung mir von Herrn Prof. Pierre in eollegialster Weise gestattet wurde, versucht.
Die zum Versuch verwendeten Frösche waren frisch eingefangen und sehr reizbar.
Die Differenz der beiden myopolaren Nervenstrecken betrug das erste Mal nur 22 mm was einem Zeitintervalle von etwa 0 0008 Se-cunden entspricht, die Nervenleitungsgeschwindigkeit zu 26 • 4 mm in der Secunde angenommen), das letzte Mal hingegen an 40 mm.
Die Spannweite der Platinelektrodenpaare betrug je 3-5 mm. Die Heizung wurde immer durch Schliessung eines sehr schwachen nur Schliessungszuckung auslösenden, im Nerven absteigend gerichteten Kettenstromes bewerkstelligt.
In der Leitung des chronoskopischen Stromes, welcher durch ein Kheoehord abgestuft werden konnte. zwischen den Punkten a und b, Fig. 1, wurde ein bedeutender Widerstand in Form einer langen, dünnen, mit Kupfervitriollösung gefüllten Glasröhre eingeschaltet, um den Zweigstrom in der Leitung zum Muskeltelegraphen bei vorhandener Nebenschliessung durch den Hebel //j zur völligen Wirkungslosigkeit abzuschwächen.
Der Erfolg der fast eine Stunde lang fortgesetzten Versuche war bei der Subtilität des Gegenstandes ein so überraschend günstiger, dass ich mich schon früher zu einer vorläufigen Veröffentlichung Allg. med. Centralzeitung, 5. Juni 1861 bestimmt fühlte, um das Myochro-noskop. als einen sehr präeis arbeitenden Apparat allen Experimentalphysiologen, welche in didaetischer Beziehung auf Demonstrationen ad oculos einiges Gewicht legen, bestens zu empfehlen. Kein geübter Experimentator wird sieh wohl vergebens bemühen, die zum Gelingen der beschriebenen Versuche nöthigen Bedingungen möglichst günstig herzustellen.
Nachschrift vom 29. Juni 1861.
Beiläufig erlaube ich mir noch eines überaus zierlichen, meines Wissens nirgends beschriebenen Versuches Erwähnung zu thun, welchen ich schon vor einigen Jahren in meinen Vorlesungen zu zeigen pflegte, zu dessen Anstellung sich aber das Myochronoskop besser eignet als jene primitive Anordnung, die ich früher brauchte.