642 	Das Myochronoskop.

Wiederherstellung der Contaete bei c und d wird durch die Zuckungen
der Wadenmuskeln bewerkstelligt und es ist nun leicht ersichtlich,
auf welche Weise mein Apparat anzeigt, oh die beiden Wadenmuskeln
gleichzeitig oder ungleichzeitig gezuckt haben und in letzterem Falle,
welcher von ihnen frher, welcher spter gezuckt hat.
	a( Gibt der Muskeltelegraph bei der Unterbrechung der Contaete
bei c und il ein Signal, welches hei der Wiederherstellung der Con-
taete ausbleibt, so hat sieh der Muskel II, merklich frher zusammen-
gezogen und frher (oder gleichzeitig) seine ursprngliche Lnge wie-
der erreicht als der Muskel Al2.
	b Tritt bei der Unterbrechung der Contaete in c und d kein
Signal des Muskeltelegraphen ein, erscheint es jedoch hei der Wieder-
herstellung der Contaete, so hat sieh der Muskel 312 jedenfalls frher
verlngert und frher (oder gleichzeitig) zusammengezogen als der
Muskel M1.
	e) Kommt endlich weder hei der Oeffnung noch bei der Schliessung
der Contacte in c und d ein Signal zu Stande, so haben beide Muskeln
entweder ganz gleichzeitig gezuckt oder Al2 hat sieh frher zusammen-
gezogen als 311, All frher wieder verlngert als 312.
	Da es uns vorlufig nicht darauf ankam, den zeitlichen Verlauf
der ganzen Zuckung der beiden Muskeln mit einander zu vergleichen.
sondern lediglich darauf, die Zeitdifferenz sichtbar zu machen, welche
zwischen dem Beginne der Zusammenziehungen als eine unmittel-
bare Folge der endlichen Fortpflanzungsgeschwindigkeit
der Nervenerregung eintreten soll, so wurden folgende Anord-
nungen getroffen.
	Erstlieh habe ich dafr gesorgt, dass aus s eh lie ssl i cli der
Erfolg der Unterbrechungen der Contaete bei c und cl, welche mit dem
Beginne der Zuckungen zusammenfallen, in Erscheinung treten kann.
Die Leitung des ehronoskopisehen Stromes wurde nmlich immer schon
frher b 1 ei b end unterbrochen, ehe sieh die Coutacte durch die Ver-
lngerung der Muskeln wieder herstellen konnten.
	Die Anwendung	des bekannten sinnreichen HELMnoL'rz'sehen
Verfahrens mit dein Quecksilbertropfen erschien mir etwas umstand-
		lieh. Ich kam dafr auf den einfachen Ge-
		danken, ein empfindliches Telegraphenrelais
--	in die Hauptleitung des ehronoskopischen Stro-
	mes auf eine solche Art einzuschalten, dass,
Fig. 2.	wenn der Anker auf den Eisenkern nieder-
	gedrckt wird, sieh bei in, Fig. 2, der Contact herstellt und der Strom
	durch den Hebel in die Drahtrolle des Elektromagneten geht. Der
