	Das Myochronoskop.	645

Zeitintervalles (somit der Nervenleitungsgeschwindigkeit) benutzt
werden
	Um sieh zu vergewissern, dass der den Voraussetzungen entspre-chende Erfolg 
des Versuchs, den man einige Male wiederholen kann,
wirklich nur von der Langsamkeit abhngt, mit welcher sich die Er-
regung in den Nerven fortpflanzt und nicht etwa bbs durch ein gn-
stiges Zusammentreffen von zuflligen Umstnden (wie verschiedene
Energie der Prparate, ungleiche Innigkeit der Contacte, ungleiche
Belastung und Spannung der Muskeln etc. etc.) bedingt sei, so wird
die Wippe W1 beim zweiten Versuch umgelegt , der reizende Strom
bricht nun in die durch Punkte angedeutete Leitung, erregt 1V1 bei y',
also entfernter vom Muskel N2 bei x', also nher am Muskel. Dem
entsprechend muss jetzt 1112 frher zucken als 311 und der Contact (1
frillier unterbrochen werden als der Contact c. Der chronoskopisehe
Strom findet daher bei Oeffnung des Contactes c die Leitung zum
Muskeltelegraphen bereits unterbrochen und das Signal muss aus-
bleiben.
	Das Gelingen des zweiten Versuches, den man gleichfalls einige
Mal wiederholen kann, macht den ersten bindend, in d e m an d e n
Bedingungen desselben gar nichts gendert wurde, als
die Lage der erregten Stellen an den Nerven durch Umlegen der Wippe
TV1 - und die dem ersten Versuch etwa gnstigen zuflligen Neben-
umstnde den zweiten Versuch unbedingt vereiteln mUssten.
	Das Ausbleiben des Muskeltelegraphensignals im zweiten Versuch
controlirt das Gelingen des ersten Versuchs und macht denselben
streng beweisend; dieses Ausbleiben wurde aber auch dann zu
Stande kommen knnen, wenn die Contaete bei c und d unter den ob-
waltenden Bedingungen des zweiten Versuchs gleichzeitig, unter-
brochen wurden.
	Wollte man schliesslich auch noch zeigen - was aber fur unsern
Zweck berflssig ist - dass das Ausbleiben des Signals im zweiten
Versuche davon herrhrt, dass der Contact bei d frher aufgehoben
wurde als der Contact bei c, so musste man bei dein dritten Versuche,
ohne sonst irgend etwas zu ndern, den Bgel eines Commutators 1112,
aus welchem ebenfalls das Kreuz ausgenommen worden ist, umlegen,
wodurch der Hebel H2 genau eben so zur gut leitenden Nebenschliessung
fur die Zweigbahn der Muskeltelegraphenleitung wurde, wie es vor
dem Umlegen des Bgels der Hebel 111 war, indem jetzt der chrono-
skopische Strom den Commutator TV2 durch die zweite (punktirte) Lei-
tung verlsst (siehe Fig. 1).
Dememss wrde dann beim dritten Versuch wieder ein Muskel-
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