﻿Ueb. Pflttger's Vers., die Abhitngigk. d. elektrot. Erregbarkeitszuw. etc. 651
beiden, so (Lass also bei beiden die intrapolare Strecke gleich weit entfernt ist vom Muskel. Wir wollen, wie man sieht, seeundäre Zuckung hervorbringen und zwar durch einen Strom, welcher durch den ersten Nerven in aufsteigender Richtung geschlossen wird. Der zweite Nerv werde demgemäss so über die Platindrähte gelegt, dass der Strom der säulenartigen Polarisation in aufsteigender Richtung n denselben eintritt. Unsere Betrachtung war nun folgende : Mit dem Augenblicke der Schliessung des polarisirenden Stromes der Säule werden zunächst die intrapolaren Moleküle in den elektrotonisehen Zustand übergeführt, und dann erst breitet sich von Querschnitt zu Querschnitt die säulenartige Polarisation über die extrapolaren Strecken aus. Sobald sie in die Strecke des zweiten Elektrodenpaares eingebrochen sein wird, muss sich augenblicklich ein mächtiger Zweigstrom durch diesen Kreis und also auch durch den zweiten Nerven ergiessen. Der Muskel des zweiten Nerven gibt demgemäss eine kräftige Zuckung an. Derselbe Strom aber, welcher den zweiten Nerven durchiliesst. strömt auch durch den ersten an genau derselben Stelle, mit genau derselben Dichte, in genau derselben Richtung. Die Curve seiner Dichtigkeit, auf die Zeit bezogen, ist endlich genau dieselbe«.
»Wenn nun zu der Zeit, wo in dem ersten Nerven die säulenartige Polarisation bis in die Strecke des zweiten Elektrodenpaares vorgerückt ist, die Erregbarkeit sieh noch nicht verändert hätte, so müsste die zweite Strecke durch den Polarisationsstrom genau so erregt werden, wie dies beim zweiten Nerven in der That der Fall ist«.
»Der starke aufsteigende polarisirende Strom gibt selber . . . . keine Seliliessungszuckung. Falls also jetzt bei Schliessung des starken Stromes keine Zuckung des primär erregten Schenkels erscheint, obwohl der zweite Schenkel secundär zuckt, so ist es klar, dass zu der Zeit, wo der Polarisationsstrom durch die zweite Strecke des ersten Schenkels fliesst und den zweiten Schenkel zum Zucken bringt, auch bereits die Erregbarkeit in der zweiten Strecke des ersten Schenkels so weit herabgesetzt ist, dass der Polarisationsstrom, der den zweiten erregt, den ersten ganz ruhig lässt. In der That sieht man beim Sehliessen der Säule nur seeundäre oder primäre Zuckung«. —
Aus diesem Versuclisergebniss scliliesst nun Pflüger, dass »die Veränderung der Erregbarkeit nach der Schliessung des polarisirenden Stromes gewiss nicht langsamer eintritt, sich über den Nerven mit gewiss nicht geringerer Geschwindigkeit verbreitet, als jene Veränderungen tliun, von welchen der Strom der säulenartigen Polarisation herrührt«.
Dieser Schluss ist jedoch, wie ich glaube, durchaus nicht mehr