﻿652 Ueb. Pflüger s Vers., die Abhiitigigk. d. elektrot, Erregbarkeitsznw. etc.
bindend, seit v. Bezold die Entdeckung gemacht hat: »dass im Augenblicke der Schliessung schwacher Ströme im Nerven die Erregung nicht sofort eiutritt, sondern, dass eine bestimmte von der Stärke dieser Ströme abhängige Zeit verfliegst, innerhalb deren der Nerv für die Erregung vorbereitet wird«. S. v. Bezold: Die elektr. Erregung der Muskeln u. Nerven, Leipzig 186-1, S. 279'..
Im Durchschnitt beträgt nach v. Bezold die Verspätung des Zuckungseintrittes nach Schliessung sehr schwacher auf- oder absteigender Ströme. welche dem Vorbereitungsstadium entspricht
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Es zeigt sich demnach, dass die Zeit der Vorbereitung. welche zwischen der Stromesschwankung und der hierdurch hervorgebrachten Erregung im Nerven verfliegst, einen absolut viel grösseren Werth besitzt, als jene Zeit, welche nöthig ist, damit sich die elektromotorischen Veränderungen nach Schliessung des polarisirenden Stromes, durch eine wenige Millirn. lange Strecke des Nerven fortpflanzen, indem ja nach Helmholtz diese Veränderungen von beiden Polen aus mit einer ebenso grossen Geschwindigkeit mindestens als die Beizung nach den extrapolaren Strecken zu sich fortpflanzen sollen.
Die Fortpflanzung der Beizung — und also auch die Fortpflanzung der elektromotorischen Veränderungen —durch eine 5 mm lange Nervenstrecke — das ist die Distanz der beiden intrapolaren Strecken von einander in Pflüg er's Versuch — dauert aber nur ungefähr I'.!« Sec.
Man sieht, das Resultat des Pflüoersehen Versuches könnte immer noch dasselbe bleiben, wenn auch die Veränderungen der Erregbarkeit durch den polarisirenden Strom 8mal langsamer einträten und Uber die extrapolaren Nervenstreeken sich verbreiteten als die elektromotorischen.
Den Schluss, welchen Pflüger aus seinem Versuchsresultat im Jahre 1859 ziehen durfte, darf man also jetzt nicht ohne Weiteres mehr ableiten, da er nur in dem Falle gerechtfertigt erscheinen könnte, wenn der zur Beizung der beiden Nerven durch die Platindrähte abgeleitete elektrotonische Zuwachsstrom stark genug wäre, um den Erregungsvorgang momentan auszulösen.
Bei der Wichtigkeit der durch Pflügers Versuch beabsichtigten Bestimmung, »dass der elektrische Vorgang sich mit derselben absoluten Langsamkeit bewegt, wie der rein physiologische«, dürfte die Mittheilung der vorstehenden Bemerkungen und Bedenken wohl gerechtfertigt sein. —
Zur experimentellen Prüfung dieser Bedenken gegen die Beweis-