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Sphygmische Bemerkungen.
Um zu entscheiden, ob die ViERORDï’sehen oder die MAREY’schen Pulscurven der Wahrheit näher kommen, hatte ich schon vor mehr als zwei Jahren an ein neues sphygmograpliisches Verfahren gedacht, welches frei von jedem Einwande die Bewegungen der Arterienwand mit vollkommener Genauigkeit verzeichnen sollte.
Ein solches Verfahren konnte a priori nur in der Benutzung eines Fühlhebels bestehen, der die folgenden drei Eigenschaften besitzen musste, nämlich :
1.	vollkommen gewichtlos zu sein,
2.	ohne irgend welche Reibung zu schreiben, und endlich
3.	ohne die geringste Veränderung der natürlichen Verhältnisse der pulsirenden Arterie an derselben applicirbar zu sein.
Die Strahlen des Lichtes vereinigen alle geforderten Eigenschaften. und ich kam daher auf den Gedanken, die Lichtstrahlen gleichsam als Fühlhebel zu benützen, deren durch die Lumenveränderungen der Arterie bedingte Bewegungen photographisch zu fixiren wären.
Hinsichtlich der Application der Lichtstrahlen zu dem fraglichen Zwecke boten sich verschiedene Wege dar.
Der naheliegendste führte mich zu der Construction des » P u 1 s -Spiegels«, über welchen ich zuerst in der Sitzung der Gesellschaft der praktischen Aerzte in Prag, vom 8. Januar 1862, und dann bei der Naturforscherversammlung in Karlsbad Herbst 1862' vorläufige Mittheilungen machte.
Herr Dr. Mach in Wien, welcher die Theorie und Construction des Pulswellenzeichners einer sehr gründlichen mathematischen und experimentellen Untersuchung unterworfen liât, erwähnt meines Puls-spiegels am Schlüsse seiner Abhandlung »Uber die Gesetze des Mitschwingens« Wiener Sitzber. Bd. XLVII). und dies veranlasst mich, hier einige weitere Bemerkungen über optische Sphygmometer oder Sphygmoskope überhaupt, und über den Pulsspiegel insbesondere zu veröffentlichen.
Der Pulsspiegel ist nichts weiter als ein kleiner Planspiegel, der an eine pulsirende Arterie so angelegt wird, dass er ihren Lumenveränderungen , ohne dieselben im mindesten zu beeinträchtigen oder zu alteriren, mit grösster Präcision folgt.
Die unter einem beliebigen Winkel direct oder von einem verstellbaren Beleuchtungsspiegel auf denselben fallenden Lichtstrahlen der Sonne oder einer hinreichend coneentrirten künstlichen Lichtquelle werden reflectirt, und können zu einem scharfen Lichtbilde gesammelt werden, welches auf eine entfernte Wand, in einen photographischen Apparat oder ’unmittelbar in das Auge des Beobachters fällt. Jede