﻿Sphygmischo Bemerkungen.
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Bewegung der Arterienwand tlieilt sieh dem Pulsspiegel mit, und wird in vergrößertem Maassstahe durch das Lichtbild wiedergegeben.
Handelt es sieh bloss um demonstrative Zwecke, so genügt es, einen beliebigen kleinen Planspiegel, etwa einen aus der Fassung gefallenen Kehlkopfspiegel mit dem Finger gegen die pulsi-rende Arterie leicht anzudrücken und das Lichtbild auf eine entfernte Wand zu projiciren. Beim Anlegen des Spiegels verfahrt man am besten so, dass man den Puls zuerst in gewöhnlicher Weise aufsucht, und dann den Band des Spiegels zwischen den tastenden Finger und die pulsirende Arterie einschiebt. Es gelingt dann leicht jene Stellung und Druckrichtung des Fingers zu finden, bei welcher der Spiegel in deutliche Bewegungen durch die Pulsation der Arterie versetzt wird. Je nachdem die Arterie diesseits oder jenseits des durch den aufgelegten Finger fixirten Theiles des Spiegels zu liegen kommt, erhält man mit jeder Expansion der Arterie entweder eine Hebung oder eine Senkung des unbedeckten Spiegeltheiles, welche bei jeder Contraction von der entgegengesetzten Bewegung gefolgt wird. Das Pulsspiegelbild bewegt sich demnach auf der entgegengesetzten Wand während des Ablaufes jeder Pulswelle zuerst nach abwärts und dann nach aufwärts, oder zuerst nach aufwärts und dann nach abwärts. Um aus dieser einfachen oscillatorisclien Bewegung in einer verticalen Linie eine der Viki;<nun -Makky'sehen analoge Pulscurve zu erhalten, habe ich das vom Pulsspiegel kommende Lichtbild mit einem zweiten Spiegel aufgefangen, welcher um eine verticale Axe gedreht wurde, und erst von diesem auf die entfernte Wand fallen lassen. Das Lichtbild bewegte sich dann in einer den Pulsationen entsprechenden Wellenlinie in horizontaler Richtung von einem Ende der Wand zum andern.
Der einfache Pulsspiegel eignet sich jedoch nicht nur zur Demonstration der Pulseurven, sondern — wie ich bereits an den angeführten Orten angegeben habe — auch zur Demonstration der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle im Arteriensysteme. Ich habe zu diesem Ende zwei oder mehrere Pulsspiegel gleichzeitig an verschiedene Querschnitte des Systems angelegt, — z. B. den einen an der Art. radialis oder carotis, den andern an der Art. dorsalis pedis u. s. w. — und die hüpfenden Lichtbilder, welche man zum Feberfluss durch vorgehaltene Gläser verschieden färben könnte, neben einander direct auf die Wand projicirt. Man erkennt dann sehr deutlich, dass die pulsirenden Bewegungen der Lichtbilder merklich ungleichzeitig erfolgen, und dass immer jene ihre Bewegungen früher beginnen und vollenden, welche Arterienquerschnitten anliegen, die dem Herzen näher liegen ; entsprechend der bekannten Thatsaclie, dass die Pulswelle, vom Herzen aus-
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Czermak, Schriften.