﻿604 üeber die in den Sehnen der schiefen Bauchmuskeln bei Fröschen etc.
dass sie aus kurzen, dichtgedrängten. netzförmig anastomosirenden elastischen Fasern bestehen, die in Folge ihrer Anordnung und ihres starken Lichtbrech ungsVermögens dem blossen Auge als in querer Richtung leicht spaltbare, in die platten hautartigen Sehnen eingewebte Bänder von rein weisser Farbe erscheinen.
Leber den Zusammenhang der elastischen Streifen mit den Muskeln und Sehnen lehren leicht herstellbare Zerfaserungspräparate, dass die quergestreifte, oft auffallend viele Fettmolekiile enthaltende Muskelsubstanz im blinden Ende des Sarcolemmaschlauches scharf und bestimmt mit einer oder mehreren abgerundeten Spitzen aufhört, während das Perimysium und das Sarcolemma eontinuirlich in feingestreif-tes mit Kernen reich durchsetztes Bindegewebe übergeht (Fig. IV .
Ganz nahe an den Muskelfaserenden verlieren sich schon wieder die angehäuften Kernbildungen und die feine geradlinige Längsstreifung des Bindegewebes wird ziemlich plötzlich dichter, hier und da wellig und dunkler, und geht endlich in die scharfen Contoureu der dichtgedrängten elastischen Fasern über. Ebenso gestaltet sich der Lebergang des Sehnengewebes in das elastische an der jenseitigen Grenze des letzteren.
Die Fasern des Muskels, der Sehne und des elastischen Streifens haben dieselbe Eichtling, die letzteren sind in die Continuität des Bindegewebes eingewebt und. erstrecken sich durch die ganze Dicke desselben. Sie verdienen daher vollkommen den von mir gebrauchten Kamen von Inscripttones elusticae.
Das beschriebene an den schiefen Bauchmuskeln vieler Frösche vorkommende Structurverhältniss ist ein sehr auffallendes und überraschendes nnd seine Bedeutung ganz räthselhaft.
Es steht, so viel mir bekannt ist, bisher einzig in seiner Art da. denn die zarten Federbalgmuskelchen, welche ganz aus elastischen Fasern gewebte Sehnen besitzen (Köllikek;, bestehen aus organischen Muskelfaserzellen und dasselbe gilt von den Muskeln, welche Treitz1: mit elastischen Sehnen und Zwischensehnen, zusammenhängend an den verschiedensten Orten beim Menschen aufgefunden hat: während es sich hier um Sehnen mit elastischen Inscriptionen handelt, welche kräftigen und weitläufigen animalen Muskelfasermassen angehören.
Die Sehnen der animalen Muskeln sind bekanntlich—im Einklang mit ihrer mechanischen Bedeutung — ausgezeichnet durch die Armutli an elastischen Fasern — und hier finden sich Sehnen, in welche, durch
1 Yergl. Frager uied. Yierteljahrsschrift. 1853. Bd. 37, S. 113.