661 Ueber die in den Sehnen der schiefen Bauchmuskeln bei Frschen etc.
dass sie aus kurzen, dichtgedrngten, netzfrmig anastomosirenden
elastischen Fasern bestehen, die in Folge ihrer Anordnung und ihres
starken Lichtbrechungsvermgens dem blossen Auge als in querer
Richtung leicht spaltbare, in die platten hautartigen Sehnen eingewebte
Bnder von rein weisser Farbe erscheinen.
	Ueber den Zusammenhang der elastischen Streifen mit den Mus-
keln und Sehnen lehren leicht herstellbare Zerfaserungsprparate, dass
die quergestreifte, oft auffallend viele Fettmolekle enthaltende
Muskelsubstanz im blindenEnde des Sareolemmaschlauclies scharf und
bestimmt mit einer oder mehreren abgerundeten Spitzen aufhrt, wh-
rend das Perimysium und das Sarcolemma continuirlich in feingestreif-
tes mit Kernen reich durchsetztes Bindegewebe bergeht (Fig. IV.
	Ganz nahe an den Muskelfaserenden verlieren sich schon wieder
die angehuften Kernbildungen und die feine geradlinige Lngsstrei-
fung des Bindegewebes wird ziemlich pltzlich dichter, hier und da
wellig und dunkler, und geht endlich in die scharfen Contouren der
diclitgedriingten elastischen Fasern ber. Ebenso gestaltet sich der
Uebergang des Sehnengewebes in das elastische an der jenseitigen
Grenze des letzteren.
	Die Fasern des Muskels, der Sehne und des elastischen Streifens
haben dieselbe Richtung, die letzteren sind in die Continuitlit des
Bindegewebes eingewebt und erstrecken sich durch die ganze Dicke
desselben. Sie verdienen daher vollkommen den von mir gebrauchten
Namen von Insci'iptiones elosticoe.
	Das beschriebene an den schiefen Bauchmuskeln vieler Frsche
vorkommende Structurverhiltniss ist ein sehr auffallendes und ber-
raschendes und seine Bedeutung ganz rthselhaft.
	Es steht, so viel mir bekannt ist, bisher einzig in seiner Art da.
denn die zarten Feclerbalgmuskelchen, welche ganz aus elastischen
Fasern gewebte Sehnen besitzen (KLLIKER), bestehen aus org a n i -
s c11 en Muskelfaserzellen und dasselbe gilt von den Muskeln, welche
TREITZ 1) mit elastischen Sehnen und Zwischensehnen, zusammen-
hngend an den verschiedensten Orten beim Menschen aufgefunden
hat: whrend es sich hier um Sehnen mit elastischen Inseriptionen
handelt, welche krftigen und weitlufigen an i in a 1 en Muskelfaser-
massen angehren.
	Die Sehnen der animalen Muskeln sind bekanntlich-im Einklang
mit ihrer mechanischen Bedeutung - ausgezeichnet durch die Arniuth
an elastischen Fasern-und hier finden sieh Sehnen, in welche, durch

I Vergi. Prager med. Vierteljahrsschrift. 1853. Bd. 37, S. 113.
