﻿Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 679
II.
Ein Apparat zur Erläuterung der InneiTationsvorgänge, welche rhythmisch erfolgende Bewegungen erzeugen und reguliren.
Ich habe mir die Aufgabe gestellt, eine leicht herstellbare mechanische Vorrichtung auszusinnen, vermittelst welcher dem Schüler jene Vorstellungen recht anschaulich und verständlich gemacht werden könnten, welche in neuester Zeit namentlich Rosenthal und v. Bezold zur Erklärung der Functionen rhythmisch wirkender automatischer Centralorgane überhaupt und in specie jener der Athem- und Herzbewegungen entwickelt haben.
Es gelang mir die gestellte Aufgabe durch den sogleich zu beschreibenden Apparat zu lösen *).
Ich glaube damit nichts Ucberflüssiges getlian zu haben, denn ich halte diese und ähnliche Vorrichtungen, wie z. B. das Webee’scIic Kreislaufschema, das DoxoEKs'sche Schema zur Erläuterung der Druckverhältnisse im Thorax, Ruete’s Ophthalmotrop, Du Bois’ Zink-kupferschcma, etc. in didaktischer Beziehung für unentbehrlich und bin überzeugt| das jeder praktische Lehrer der Physiologie, der es liebt fasslich und anschaulich zu lehren, das Bedürfniss nach derartigen mechanischen Schemata gefühlt haben wird.
Mein Apparat ist in folgender Weise eingerichtet s. Fig. 1. S. 6S0) :
Unter einem Wasserbehälter A mit Hahn II, durch dessen Stellung die Abflussmenge des Wassers beliebig regulirt werden kann, befindet sich ein leichtes, um eine horizontale Axe bewegliches (befass oder Schiffchen S, welches durch eine senkrechte Scheidewand s in zwei symmetrische Fächer getheilt ist. Wird die Basis bb des Schiffchens horizontal eingestellt, so stehen die Drehungsaxe, die Scheidewand und die Abflussöffnung des Hahns am Wasserbehälter in der senkrechten Medianebene genau übereinander.
Ueberlässt man das zweifächerige Schiffchen sich selbst, so kippt es, je nachdem es das Uebergewicht bekommt, nach der rechten oder der linken Seite um. Damit es jedoch nicht ganz nach unten umschlage und statt der Mündung seiner Fächer die Basis nach oben kehre, so ist unter demselben eine horizontal gestellte Gabel G ange-
1 Der Apparat wurde das erste Mal in der Sitzung des Vereins praktischer Aerzte zu Prag vom 25. Nov. 1803 vorgezeigt.