﻿692 Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
enthielt, durch welche ein Glasstab gesteckt wurde, der als Drehungs-axe des Schiffchens diente.
So entstand ein wasserdichtes, ungemein leichtes und um eine horizontale Axe leicht bewegliches Gefäss, welches in jedem seiner beiden symmetrischen Fächer circa 20 C. C. Wasser aufnehmen konnte. Die quere Bohrung des Korkes und die hindurchgesteckte von zwei Holzklötzchen getragene Glasaxe befanden sich genau in der Halbi-rungsebene unterhalb der senkrechten Scheidewand.
Die zweiarmige Gabel wurde aus hartem Holz verfertiget. Das breite niedrige Wassergefäss war von Blech und hatte einen Messinghahn. Damit der Hahn blos zur Regulirung der abfliessenden Wassermenge diene und nicht auch zum einfachen Verschliessen und Oeffncn des Wasserbehälters verwendet werden müsse, was bei vergleichenden Messversuchen von grossem Vortheil ist — so befestigte ich an denselben ein Kautschukrohr [k) mit Quetschhahn, in dessen Abflussöffnung ein Glasröhrchen (r) stak, welches durch einen hölzernen von der Stativstange abgehenden Arm [a) genau in der Mitte über dem Schiffchen fixirt wurde. Durch diese Anordnung ist es möglich, beliebig viele Bestimmungen bei genau derselben Zuflussmenge hintereinander zu machen, indem man den Quetschhahn stets völlig öffnet, wenn man den Apparat zur bestimmten Zeit in Gang setzen will, den einmal eingestellten Messinghahn aber nicht mehr zu berühren braucht.
Es versteht sich von selbst, dass sich der ganze Apparat leicht in dauerhafterer und eleganterer Weise ausführen lässt, wobei dann auch statt des Kautschukrohres mit dem Quetschhahn ein zweiter unterer) Messinghahn anzubringen wäre, und der obere) Hahn und die Stange, an welcher die Gabel (vermittelst eines Triebes) verschoben wird, eine feinere Eintlieilung erhielten etc. Ich habe es jedoch vorgezogen, das einfachste, mit Hilfe meines Dieners selbst verfertigte Modell zu beschreiben und abzubilden, um zu zeigen, dass Jedermann — selbst bei den beschränktesten Mitteln — seine physiologische Lehrmittelsammlung mit einer solchen Vorrichtung bereichern kann.