﻿702 Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
»Quod qiudem intervallum temporis circiter sexlam aut septimam partem mints sexagesimae (Bekunde) aequare mihi videbatur, si pulsus illos ad pulsus horologii exiyebam «.
Weber’s Methode bestand darin, mit jeder Hand einen der Pulse zu tasten und gleichzeitig die Schläge der Uhr zu beobachten. Wer ähnliche Bestimmungen versucht hat, wird zugeben, dass es für das Getast schon ausserordentlich schwierig ist, so kleine Zeitintervalle und noch dazu mittels zweier verschiedener Finger herauszufühlen. Soll sich nun die Aufmerksamkeit überdies gleichzeitig auf die Schläge der Uhr richten, so ist es klar, dass Weber's Methode nur zu einer beiläufigen Schätzung des Verspätungsintervalls führen kann.
Die Wichtigkeit einer genaueren Bestimmung der Pulsverspätung für die Pathologie, hat nun Vieroedt, schon vor beinahe 10 Jahren, veranlasst zu einer speciellen Untersuchung dieses Gegenstandes «mit den exacten chronoskopischen Mitteln, die uns heut zu Gebote stehen«, dringend aufzufordern und die Benutzung des AVtiEATSTOxi-fsehen, von Hipp verbesserten, elektro-magnetischen C'hronoskops zu empfehlen.
Nichtsdestoweniger liegen hierüber meines Wissens nur die Versuche von Buisson 1 vor.
Buisson bediente sich des folgenden Verfahrens s. Meissner’s Jahresb. f. 1SÖJ. S. 430 :
»Zwei mit Membranen an ihrem weiten Ende verschlossene Trichter sind durch einen Kautsclmksehlauch mit einander verbunden und mit Luft gefüllt : der eine Trichter wird mit einer gegen die Membran drückenden Feder auf die Arterie aufgesetzt, welche ihre Pulsationen durch die Luft des Apparates der Membran des anderen vertical stehenden Trichters mittheilt, die ihrerseits die Schwingungen auf einen zeichnenden Hebel überträgt. Sind zwei solche Apparate auf zwei verschiedenen Arterien aufgesetzt, so können die beiden zeichnenden Hebel auf ein und denselben rotirenden Cylinder, der eine über dem anderen, zeichnen«. Die zeitliche Differenz zwischen den Pulswellenanfängen in der Carotis und in der Tibialis posterior fand Buisson Ins zu </s Sec.: zwischen Carotis und Radialis ungefähr */16 See. —
1 Auch in Marey's 1 Son erschienenen »Physiologie médicale de la circulation du sang. Paris, A. Delahaye« findet sich keine eingehendere Behandlung dieses Gegenstandes. Mare Y theilt nur einige in Buissox’s Weise gleichzeitig registrirte Pulscurven fund zwar des linken Ventrikels, der Aorta und der Art. femoralis des Pferdes mit, und berichtigt seine frühere irrthiimliehe Ansicht über die Fortpflanzung der Pulsbewegung in den Arterien, indem er zugleich gesteht, dass ihn erst Buisson von der Thatsache der Pulsverspätung überhaupt überzeugt hätte ! 'S. 195).