﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 703
Bei der Spärlichkeit der vorliegenden Daten über Pulsverspätung und bei dem gänzlichen Mangel an einer eingehenden Untersuchung und Prüfung der denkbaren Technicismen, welche zur Ausführung dieser Bestimmungen erforderlich sind, stehe ich nicht an. im Folgenden Dasjenige mitzutheilen, was ich in dieser Richtung gedacht und gearbeitet habe, obschon ich meine bisherigen Bemühungen und deren Resultate nur als Vorstudien betrachten kann, zur künftigen Begründung jenes neuen Gebietes der Pulslehre, welches ich die Sphygmochrono-metrie nennen möchte.
Zunächst will ich an die sehr einfache Methode erinnern, welche ich behufs einer Demonstration und Sch ä t z un g der Pulsverspätung schon vor längerer Zeit angegeben habe.
Es ist dies
a) Die Methode mit dem Pulsspiegel.
Man legt an jeder der zu vergleichenden pulsirenden Stellen des Körpers einen der oben beschriebenen Pulsspiegel an und richtet es so ein. dass die von denselben reflectirtcn Bilder gleichzeitig und in gleicher Höhe nebeneinander auf die Wand oder die Decke des Zimmers fallen.
Die zeitlichen Differenzen zwischen den Pulsationen der gewählten Stellen, welchen die Oscillationen der Pulsspiegelbilder genau entsprechen, lassen sich dann mit einem Blicke wahrnehmen und viel genauer abschätzen, als bei gleichzeitigem Befühlen derselben, indem der Gesichtssinn das Getast an Feinheit und Schärfe bei weitem Ubertrifft.
Von grossem Vortheil ist es auch, dass eine beliebige grosse Anzahl von Zuschauern an der Beobachtung gleichzeitig theilnehmen kann.
In Ermangelung des directen Sonnenlichtes, welches in Folge ungünstiger Verhältnisse bedingt durch Jahres- und Tageszeit, Witterung. Lage des Lokales etc.) so häufig fehlt, muss man zur Beleuchtung der Pulsspiegel eine kräftige, künstliche Lichtquelle hersteilen und das Lokal ganz verdunkeln.
Ich habe zu diesem Ende Beleuchtungsapparate zusammengestellt, welche der Laternn magica ähnlich sind. Ich setzte vor eine Petroleumlampe mit grossem Brenner eine mit Wasser gefüllte Glaskugel und vor diese eine Linse von A—1 Zoll Durchmesser und langer Brennweite. Alle drei Bestandtheile sind in einen geschwärzten Holzkasten einge-schlossen, um alles störende Nebenlicht abzuhalten. Der Holzkasten selbst befindet sich auf einem beweglichen Stativ, um beliebig höher und tiefer, horizontal oder [geneigt festgestellt zu werden, damit das