﻿706 Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
« e li w i n d i g k e i t derPuls welle. Die zur Ausführung meiner Methode verwendeten Vorrichtungen waren folgende :
1.	Zwei Makey'scIic Sphygmographen. Den einen hatte ich von Breguet in Paris, den anderen von Sedlaczek in Wien bezogen. Das Uhrwerk des ersteren lief viel langsamer als das des letzteren, so dass die Pulsbilder auf jenem bedeutend (fast um die Hälfte) kürzer ausfielen. als auf diesem. Da jedoch die Secundenstriclie der Zeitcurven genau in demselben Verhältnis«, bei jenem enger, bei diesem weiter auseinander standen, so hatte die Verschiedenheit der Uhrwerke, deren Gang an und für sich möglichst gleichmässig war, natürlich keinen nachtheiligen Einfluss auf die beabsichtigten Messungen.
Was die Bedenken angeht, welche man gegen die absolute Kich-tigkeit der MAREY’schen Pulsbilder zu hegen berechtigt ist, so kommen dieselben in Bezug auf die Messung der Pulsverspätung weniger in Betracht, als wenn es sich um genaue Bestimmungen der P u 1 s f o r m e n handelte, weil die etwaigen Fehler in den Bildern des Pulses beider zu vergleichenden Arterienquerschnitte nahezu gleichmässig entstehen werden und daher nicht verhindern, dass die Verspätung der gleichnamigen Phasen der Pulswelle mit merklicher Genauigkeit erkannt und gemessen werden kann.
Hat man übrigens mehr Vertrauen zum ViEiiORirrschen Sphygmographen und scheut man nicht die Unbequemlichkeiten seiner Anwendung. so bediene man sich zweier VierordUseher Sphygmographen. Meine Methode verlangt nur zwei Pulscurven. an denen wenigstens die Momente des Eintritts der Expansion oder Contraction der Arterien deutlich zu sehen sind. — und wenn sie schon nicht absolut oder möglichst richtig angegeben sein könnten, doch in gleichem Sinne und Verhältnis« falsch sein müssen. Der MAREY’scheSphygmograpli genügt daher annäherungsweise für unseren Zweck, sobald man Sorge trägt, dass die zu vergleichenden Pulscurven einen möglichst gleichartigen Charakter bekommen.
2.	Zwei kleine Elektromagnete. Diese liess ich mir von Herrn AY . Gruxd, Mechaniker in Prag, verfertigen. Sie sind an einer verti-calen Messingstange in beliebiger Höhe festzustellen. Die Messingstangen werden durch starke Klemmen an die Gehäuse der Sphygmo-graphenuhrwerke festgeschraubt. Die Anker befinden sich an kleinen Hebeln, welche sich um eine horizontale Axe drehen. Das Ende der Hebel hängt mit einem federnden Schreibstift zusammen, welcher in einer vertiealen Führung auf- und nieder geht, wenn der Anker angezogen und durch Federkraft emporgehoben wird.
Die Spitze des Schreibstiftes muss genau über oder unter der