﻿Mitthèilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 71 7
wäre sehr leicht das wahre Suceessionsverhältniss der Pulse zu verfehlen, ja sogar geradezu umzukehren !
So misslich dieser Umstand welcher dem Aufsuchen der homologen Punkte der beiden Pulscnrven hei der sub b) beschriebenen Methode gleicht) im vorhinein auch erscheint, so habe ich mich doch nicht abschreeken lassen, Versuche mit verschiedenen stromunterbrechenden und stromschliessenden Vorrichtungen zu machen, indem ich ermitteln wollte, ob der angedeutete Uebelstand vielleicht in hinreichendem Grade zu beseitigen sei. Bei ganz gleichförmigem, regelmässigem Pulssehlag und völlig ruhiger Haltung des Individuums bot sich als nächstliegendes Auskunftsmittel, der Contactsckraube die höchste oder tiefste Stellung zu geben, damit Schliessung oder Oeffnung der Stromleitung an beiden Orten möglichst genau dem Momente des Pulswellenanfangs oder der erreichten Pulswellenhöhe entspreche. Man sieht jedoch leicht, dass die leisesten Bewegungen des Versuchsobjects oder die geringsten Aenderungen in der Grösse der Pulsschläge, entweder ein gänzliches Ausbleiben oder ein verfrühtes oder verspätetes Eintreten des Contacts oder der Unterbrechung bedingen müssen.
Ich werde weiter unten die verschiedenen Ideen und Vorrichtungen, auf welche ich gekommen bin, um die elektrische Methode zur Selbstregistrirung der Puls wellen Verspätung anzuwenden, mittheilen, vorher will ich aber ein Verfahren besprechen, welches zwar an Genauigkeit und Sicherheit eine verlässliche mechanische Selbstregistri-rung nie vollkommen ersetzen wird, welches sich aber, der Einfachheit und leichten Anwendbarkeit wegen, zu beiläufigen Schätzungen jedenfalls besser empfiehlt, als Weber’s Verfahren. Ich meine :
u] Das Verfahren des freien Markirens der Pulse.
Man kann nämlich bei einiger Uebung und Aufmerksamkeit mit ziemlicher Genauigkeit im Momente, wo der Puls gefühlt oder — wenn man einen Pulsspiegel in der oben angegebenen Weise anwendet — gesehen wird, einen Telegraphenschlüssel in Bewegung setzen und den zeitmessenden Strom schliessen oder öffnen.
Es kann ein Beobachter die zwei oder mehren zu vergleichenden Pulse beobachten und markiren, oder aber es können sich mehre Beobachter in die Markirung der zu vergleichenden Pulse theilen, wobei freilich die sogenannte »persönliche Gleichung« für jeden Theilnehmer zu bestimmen und in Rechnung zu bringen wäre.
Was die Anordnung der Stromleitungen angeht, so lassen sich dieselben so einrichten, dass jeder Beobachter je eine von den übrigen unabhängige Leitung und Stromquelle durch seinen Telegraphen-