﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratoriuin in Prag. 719
i Das Verfahren mit dem Pulsmanometer.
Unter den Vorrichtungen, welche behufs der elektrischen Selbst-registrirung durch die Pulswellen selbst in Bewegung gesetzt werden sollen, habe ich auch solche probirt, welche auf dem Princip des arggeschmähten HÉRissox’schen Pulsmanometers beruhen.
Ich verschloss kurze metallene oder gläserne Röhrenstücke an dem einen Ende mit einer elastischen Membran, füllte den kleinen Hohlraum mit einer leitenden Flüssigkeit aus, und verschloss das andere Ende mit einem Kork, in dessen Bohrung ein dünnes Glasröhrchen stack. Die beim Eindrücken des Korks im Röhrchen aufsteigende Flüssigkeit pulsirt bekanntlich deutlich und regelmässig auf und ab, wenn die elastische Membran gegen eine Arterie angedrückt wird. Ist die leitende oscillirende Flüssigkeit mit dem einen Pol, ein in das Röhrchen gesteckter Draht, dessen Spitze von der aufsteigenden Flüssigkeitssäule eben erreicht werden kann, mit dem anderen Pol einer Säule in Verbindung, so wird jede Pulswelle durch die momentane Schliessung des Stromes markirt werden. Zweckmässig construirt. ist das Ukurssos'sehe später von Ciielius und Scott Alison angewendete Sphygmometer, in seinen Anzeigen nicht gar so unzuverlässig, wie die übertriebene Abneigung des Begründers der Sphygmograpliie gegen Manometer mit schwingender Flüssigkeit überhaupt vermuthen lässt.
Rbdtbnbacher’s Bedenken gegen das Pulsmanometer sind allerdings vollkommen berechtigt, allein dieselben lassen sich, wie Mach gezeigt hat, ganz in derselben Weise gegen jede Pulsmaschine geltend machen, bei welcher träge Massen ins Spiel kommen.
Keine der Pulsmaschinen ist ein »Pantograph, der mit gewissenhafter Treue die Einwirkungen wiedergibt,« und keine der gelieferten Pulscurven kann streng genommen der wahre »Ausdruck des Gesetzes sein, nach welchem die Pulsbewegungen erfolgen.« Die einzige Ausnahme werden jene Pulscurven bilden, welche nach meinen oben auseinandergesetzten photosphygmographischen Verfahren [A) mit Ausschluss aller trägen Masse durch gewichtlose Fühlhebel — die Lichtstrahlen — aufgeschrieben werden.
Es handelt sich also bei den verschiedenen Pulsmaschinen immer nur um eine grössere oder geringere Approximation. Und dass die Anzeigen der Vorrichtungen, welche nach dem HÉKissoN’schen Princip möglichst zweckmässig construirt werden, jener der übrigen Pulsmaschinen wenig oder nichts an Genauigkeit nachgeben, davon kann man sich leicht überzeugen.
Was übrigens die Leistungen des HÉRissoxhchen Manometers für unseren specielleu Zweck angeht, so würden dieselben schon ganz gut