﻿726 Mittbeilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
eo céleri u s u n d a m p ropagari, n ec esse es t. Haut dubie celer itas propagationis pulsus et ipsa non nihil in diversis aegrotis diversa est, quae diversitas, si percipi posset, optime gradum, quo arteriae intensae sunt, indicaret.«,
Da nun die Dicke und der Elastieitätscoefficient der Wandungen der verschiedenen Arterien sehr verschieden sind, so muss die Geschwindigkeit , mit welcher die Pulswelle von einem Querschnitt zum anderen rückt, gleichfalls sehr verschieden sein.
2. Unbeschadet der erörterten Mangelhaftigkeit der verschiedenen Messungsmethoden, darf ich es doch als ein unzweifelhaftes Ergehniss meiner Beobachtungen aussprechen, dass das Verspätungsintervall zwischen Radialis und Art. dorsalis pedis niemals den Werth von 0,050 Sec. erreichte, sondern meist weit unter demselben blieb, im Mittel = 0,018 Sec. (s. oben Tab. D—R und die Berechnung am Schlüsse des § C, b; S. 715); während das Verspätungsintervall zwischen Carotis und Radialis bedeutend grösser war und meist das Doppelte dieses Wertlies und darüber betrug, im Mittel — 0,094 Sec. s. oben Tab. R—C).
Die Differenz zwischen den Längen der Wege, welche die Pulswelle zu durchlaufen hat, um die Radialis und die Dorsalis pedis zu erreichen, müsste also — vorausgesetzt, dass die Geschwindigkeit der Fortpflanzung der Pulswelle von Querschnitt zu Querschnitt in allen Arterien die gleiche wäre — mindestens etwa um die Hälfte kleiner sein als die Differenz der Weglängen zwischen Carotis und Radialis.
Da nun aber dieses Verhältniss der beiden Differenzen keineswegs stattfindet, ja im Gegentheil die erstere nicht nur nicht kleiner, sondern grösser ist als die letztere, so steht die beobachtete Thatsache mit jener Voraussetzung im grellen Widerspruch und es folgt hieraus im Gegensätze zu jener, bisher niemals in Frage gestellten Voraussetzung, dass die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Pulswelle in der Bahn zur Dorsalis grösser sein müsse, als in der Bahn zur Radialis, und dass somit jene Voraussetzung falsch und ihr Gegentheil richtig ist, was zu beweisen war.
In voller Uebereinstimmung damit steht die anatomische Thatsache , dass die Arterien, durch welche die Pulswelle in die Dorsalis pedis gelangt im Allgemeinen ein grösseres Caliber und dickere 'Wandungen besitzen als jene Arterien, welche die Bahn zur Radialis zu-sammensetzen. Vgl. Kölliker Mikr. Anat. II. Bd., 2. Hälfte S. 512.
Man ersieht hieraus zugleich, dass die Grösse eines Pulsverspätungsintervalls nicht blos von der absoluten Entfernung des untersuchten