﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 733
Spalten s, s' ins Innere von .1 zu nehmen. Dabei wird der mittlere un-durchbrochene Theil der elastischen Membran kräftig hervorgewölbt, und gegen das ebene dickwandige Böhrenende E fest angedrückt, wodurch letzteres luftdicht verschlossen wird 's. die punktirte Linie in'). Die in den Cylinder A einströmende Luft kann nur durch die Bohre D entweichen und gelangt auf diesem Wege als Inspirationsluft in die Lunge des Thieres.
So wie der Blasbalg auseinander gezogen wird, um sich mit frischer Luft zu füllen, fällt die emporgewölbte elastische Membran sofort auf die Endplatte der Bohre B zurück und verschliesst die Oeffnung derselben hermetisch, während das Böhrenende von E frei wird. Die aus der Lunge des Thieres durch die Bohre D zurückkehrende Exspirationsluft ist also gezwungen durch die Bölire E zu entweichen.
Beim nächsten Zusammendrücken des Blasbalgs beginnt das Doppelspiel der membranösen Klappe von Neuem mit grösster Präeision, — wenn, wie sieh von selbst versteht, das innere Böhrenende von E in der richtigen Entfernung von dem mittleren undurchbrochenen Theile des membranösen Ventils eingestellt worden ist.
Zur Prüfung der Exactheit, mit welcher das Ventil seine Aufgabe löst, eignet sich am besten die so empfindliche Spiegelprobe, welche ich zur Untersuchung des Verhaltens des weichen Gaumens bei der Hervorbringung der »reinen und nasalirten Vokale« 's. d. in den Sitzber. d. Wiener Ak. d. Wiss., Februar 1S5S' angegeben habe.
Man bläst einfach die feuchte warme Luft aus dem Munde durch die Bohre B in die Canüle hinein und hält einen kleinen kalten Metalloder Glasspiegel abwechselnd vor die Mündung der Bohre D und der Bohre E : vor die erstere gehalten, beschlägt sich der Spiegel sofort mit präcipitirtem Wasserdampf, vor die letztere gehalten wird er ganz blank bleiben, sobald der Ventilschluss ein absolut luftdichter ist : die leisesten Spuren von feuchter warmer Luft würden sich unverzüglich durch einen Hauchfleck am Spiegel verra then.
Das membranöse Ventil erfüllt begreiflicherweise seine doppelte Aufgabe dann am sichersten und zuverlässigsten, wenn man I . am Böhrenende E gleichfalls eine quergestellte ebene Endscheibe — wie am Böhrenende B. jedoch von bedeutend kleinerem Durchmesser als die Bohre B im Lichte besitzt — anbringt ; und 2. die Bohre E so tief nach unten einstellt, dass ihre Endscheibe mit jenem mittleren Theil der elastischen Membran, welcher das Lumen der Bohre B überspannt, schon in Berührung steht, bevor eine Emporwölbung der Membran stattfindet s. Fig. 9 1. — Das Einströmen der Luft nach A durch die Spalten s. s' bleibt nichtsdestoweniger gestattet, weil eben die End-