﻿Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 737
gegen die wandernde Platte, auf welche geschrieben werden soll, angedrückt wird.
Es ist ein offenbarer Uebelstand, dass man bei dieser Einrichtung kein Mittel hat, die Reihung zwischen der Schreibspitze und der wandernden Platte zu reguliren, als das, den Holzhebel oder die Stahlfeder so lange hin und her zu biegen, bis man den gewünschten minimalen Reihungsgrad gefunden zu haben glaubt, oder aber die Axenlager des Schreibhebels mehr nach rechts oder nach links zu schrauben.
Um diesen Uebelstand rasch und sicher zu beseitigen, bediene ich mich eines sehr kleinen und leichten Holzkeilchens, welches ich zwischen das Ende des Holzhebels und den Anfang der Stahlfeder mehr oder weniger tief hineindrücke.
Ist es nun auch möglich auf diese simple Weise den Grad der Reibung zwischen der Schreibhebelspitze und der wandernden Platte einigermaassen zu reguliren, so bietet die Zusammensetzung des Schreibhebels aus einem hölzernen Stäbchen und einer Stahlfeder, besonders wenn die letztere, wie bei den in Wien fabricirten MAREYsehen Sphygmographen, sehr lang und dünn ist, noch mancherlei Uebelstände dar, welche sich als Fehlerquellen für die verzeiehneten Pulscurven geltend machen. So z. B. ist die Biegsamkeit und Elasticität der Stahlfeder von entschiedenem Nachtheil, namentlich wenn der Schreibhebel durch plötzliche und kräftige Stösse in Bewegung gesetzt wird.
Ich habe desslialb den Schreibhebel ganz aus leichtem Holz verfertigen und am äussersten Ende desselben eine quere Bohrung anbringen lassen, durch welche ich ein dünnes kurzes Holzstäbchen, das entweder ein Menschenhaar oder eine sehr zarte Stahlspitze trägt, oder selbst ausserordentlich fein zugespitzt ist, so weit hindurchstecke, dass die berusste Papierfläche von der Schreibspitze eben erreicht wird und die überaus zarten Striche möglichst widerstandslos aufnimmt.
Czermak, Schriften.
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