﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 671
In allen Zimmern des Hauses sind Gasröhren passend vertheilt und in eines derselben mündet ein Wasserleitungshahn. Die ganze Fronte des Gebäudes sieht in ein Gärtchen, in dessen Mitte ein Bassin mit fliesseudem Wasser angelegt ist. das im Sommer mit Wasserthieren und Pflanzen bevölkert wird.
Was die innere Einrichtung des Laboratoriums und die Sammlungen von Instrumenten, Präparaten und Lehrbehelfen angeht, so ist die erstere so gut wie vollendet; die letzteren werden angelegt und sind zum Theil bereits in fortwährendem Wachsen begriffen.
Die Erfahrungen, welche ich in meiner früheren Stellung durch das Anlegen der physiologischen Institute der Universitäten zu Krakau und zu Pest gesammelt hatte, kamen mir dabei wesentlich zu Statten.
Wenn ich es mir nun bisher versagt habe, die angedeuteten ausreichenden Mittel zu regelmässigen öffentlichen Vorträgen und Gursen für Studenten zu benützen, so ist der Grund davon in localen Verhältnissen und Kücksicliten zu suchen: um so dringender schien es mir aber geboten durch das vorliegende erste Heft der »Mittheilungen« aus meinem Laboratorium, ein erstes öffentliches Lebenszeichen der neuen Anstalt zu geben.
Möge der Inhalt der »Mittheilungen« eine freundliche Aufnahme finden !
Prag, 15. Jänner 1864.
Der Verfasser.
I.
Versuche mit Curare.
Das zu den folgenden Versuchen verwendete Pfeilgift erhielt ich im September 1863 durch die Güte des Herrn Prof. Heidenhain in Breslau, welcher dieses ausgezeichnet wirksame Präparat von Herrn C. F. Appun in Bunzlau (pr. Schlesien) bezogen hatte.
Ich löste 0 • 5 Gramm des Giftes in 50 C. C. destillirten Wassers und bereitete mir auf diese Weise eine Flüssigkeit, welche in 1 C. C. 10 Milligr. Curare enthielt.
Die Frösche, an welchen ich experimentirte, waren im rauhen Spätherbst des vorigen Jahres eingefangen und seit Wochen in Wasserbehältern im Keller aufbewahrt worden.