﻿Mitteilungen aus dem physiologischen Privathiboratorium in Prag. OS 1
Das in dem einen Fache angesammelt gewesene Wasser muss wegen der Schiefstellung bis auf den letzten Tropfen abfliessen. während das aus dem Hahn von ölten eontinuirlich zufliessende Wasser in dem anderen Fache sich sammeln muss, weil die Scheidewand der beiden Fächer beim Umkippen des Schiffchens durch die Medianebene schlug. Das Spiel des Umkip pens beginnt von neuem in entgegengesetztem Sinne und es dauern die regelmässigen rhythmischen Schaukelbewegungen des Schiffchens mit bestimmter Frequenz und in bestimmter Grösse so lange fort, als das Wasser aus dem Hahn des Wasserbehälters nachfliesst.
Die beim Umkippen des Schiffchens jedesmal entleerten Wasser-mengen werden in einem graduirten Oylinderglas C gesammelt. Zu diesem Ende befindet sich unterhalb des Schiffchens, als letzter Be-standtheil der ganzen Vorrichtung, ein weiter hölzerner Trichter B unter dessen Abflussöffnung der graduirte Cylinder steht.
Es ist leicht zu ersehen, wie die beschriebene Vorrichtung für den Eingangs erwähnten didaktischen Zweck verwerthet werden kann.
Das Wasserbehältniss .1 stellt die Quelle des continuirlichen Reizes in einem automatischen Centralorgan vor. Das durch den Hahn ab-fiiessende Wasser versinnlicht die sich fortpflanzende Erregung.
Das zweifächerige Schiffchen S repräsentirt die Widerstandsvorrichtungen in den nervösen Apparaten, welche man überall da. wo sich die Innervationswirkung nur in regelmässig rhythmischen Pausen einstellt, annelimen muss, wenn man nicht, auf jeden Erklärungsversuch verzichtend, die rhythmische Thätigkeit als eine specifische »Lebenseigenschaft« der Centralorgane hinnehmen will.
Kann man also vermittelst meiner Vorrichtung die gangbare Vorstellung von der Umsetzung eontinuirlich entstehender Reize in rhythmisch aufeinanderfolgende Erregungen, d. h. die Erklärung der automatischen. rhythmischen Innervationserscheinungen überhaupt anschaulich machen: so gelingt es nun auch alle die Modificationen der rhythmischen Bewegungen im Organismus, wie dieselben durch die sogenannten Hemmungsnerven, durch ihre Antagonisten und durch die Vermehrung der in den automatischen Centralorganen erzeugten Reizquantitäten in Folge der Thätigkeit der »eveitirenden Nerven« oder anderer Ursachen bewirkt werden, so wie endlich die Veränderungen der geleisteten Arbeit der rhythmisch thätigen Organe nachzuahmen und handgreiflich wiederzugeben.
Das Auf- und Zudrehen des Hahns H am Wasserbehältniss vermehrt und vermindert die zum Schiffchen herab fliessende Wassermenge.