﻿6S2 Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratonum in Prag.
welche die im automatischen Centralorgan ausgelöste Reizquantität repräsentirt.
Durch Handhabung des Hahns H ist somit die Möglichkeit zur Nachahmung der Wirkungen der Reizung oder Lähmung der sogenannten excitirenden Nerven oder jener Vorgänge überhaupt gegeben, welche die Grösse der ins Spiel kommenden Reizquantität bedingen.
Das höher oder tiefer Einstellen der an der Stativstange senkrecht verschiebbaren zweiarmigen Gabel, welche die Excursionen des Schiffchens limitirt, bewirkt eine geringere oder bedeutendere Schiefstellung des Schiffchens vor und nach dem Umkippen und hierdurch eine Verminderung oder Vermehrung des Widerstandes, welchen das Schiffchen seinem durch das einseitige Einströmen des "Wassers bedingten Umkippen und damit dem Abfiiessen des Wassers entgegensetzt.
Durch die senkrechte Verschiebung der Gabel G ist somit die Möglichkeit zur Nachahmung der Einflüsse der Reizung und der Lähmung der sogenannten Hemmungsnerven und ihrer Autogonisten gegeben, welche nach der gangbaren Vorstellung keinen directen Einfluss haben auf die Erzeugung des Reizes in den automatischen Centren, wohl aber auf die Vermehrung oder Verminderung der supponirten Widerstände, die der Fortpflanzung der Erregung auf die Endapparate entgegen stehen, und hierdurch nur auf die jedesmal zur Abgleichung kommende oder wirksam werdende Reizquantität.
Der graduirte Cylinder C endlich, in welchem der weite Trichter das durch das Schiffchen rhythmisch entleerte Wasser zusammenfliessen macht, erlaubt die, durch jede einzelne Bewegung und die. in der Zeiteinheit durch die rhythmische Thätigkeit des Apparates gelieferte Wassermenge genau zu bestimmen. Durch das Ablesen des Wasserstandes an der Graduirung des Cylinders wird die Arbeitsgrösse des Apparates in ganz analoger Weise gemessen, wie die Herzarbeit durch den Blutdruck, die Atlnnungsgrösse durch den Stand des Spirometers. Dieses Ablesen dient somit zur Ermittelung des Verhältnisses, in welchem die Frequenz und die Grösse der rhythmischen Bewegungen zu ihrem schliesslichen Nutzefl'ect stehen. —
Ich will nun die speeielle Anwendung meines Schemas besprechen.
a) Zur Nachahmung der Rogulirung der Athembewegungen.
Bekanntlich werden die Verschiedenheiten der Athembewegungen in Rhythmus, Zahl und Tiefe etc. wesentlich durch die Thätigkeit des automatischen Respirations-Centrums in der Medulla oblongata und