﻿OSS Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
»Zwischen dem Ursprünge der Herzganglien und ihrem Ende in der Muskulatur werden von Zeit zu Zeit Abgleichungen geschehen, deren jede eine Contraction erzeugt. In der Bahn, die zwischen den motorischen Herzganglien und der Muskulatur des Herzens liegt, müssen wir uns normale'Widerstände vorstellen, welche auch nach Fortfall der Yagusthätigkeit immer eine gewisse Hemmung der Beizahgleichungen zwischen motorischem Centrum und Herzmuskel bedingen«.
»Die Annahme solcher Ventile, solcher Widerstände, würde jedenfalls die normalen rhythmischen Contractionen des Herzens erklären. In der Ganglienmasse des Herzens wird fortwährend Reiz producirt. Dieser gleicht sich aber immer erst ab, er gelangt immer erst dann zum Herzmuskel, wrenn der in seinem Wege liegende Widerstand überwunden , wrenn gleichsam das Ventil geöffnet wird, auf welches die Erregung proportional ihrer Stärke drückt. Bei aufgehobener Vagus-und Rückenmarksthätigkeit wird in der Zeiteinheit wenig Reiz im Herzganglion producirt. Dieser Reiz gleicht sich trotzdem in relativ kleinen Pausen ab.« . . »Es rührt dies her von der geringen Spannung des Ventils, von dem ungemein kleinen Widerstande, der auf dem Wege zwischen Reiz und Herzmuskel bei ruhenden oder gelähmten Vagusendigungen liegt. Deshalb sind die Quantitäten der Reizung, welche zur Oeffnung des Ventils hinreichen, so gering, dass die einzelnen Pulsationen ungemein schwach ausfallen. Die Herztöne sind unhörbar. die elektrische Veränderung des Herzmuskels bei der Contraction ist sehr klein : die Herzarbeit, die sich in der Höhe des arteriellen Blutdruckes kund gibt, wird so gering, dass sie auf die Dauer nicht mehr hinreicht, um das normale Leben der Säugethiere zu erhalten«.
Diesen Zustand des Herznervensystems imitiren wir am Schema, wenn wir die Gabel hoch stellen und den Hahn nur wenig öffnen. Die Bewegungen oder Pulsationen des Schiffchens werden relativ häufig aber sehr schwach sein, und die in der Zeiteinheit erreichte Wasserhöhe im graduirten Cylinder, in welcher sich die hier geleistete Arbeit — wie die Herzarbeit in der Höhe des arteriellen Blutdruckes — kund gibt, wird eine geringe sein und sehr langsam wachsen. Bringt man eine Abflussöffnung am Boden des Cylinders an oder versenkt man in das Gefäss den einen Arm eines Hebers — wodurch das sich ansammelnde Wasser mit bestimmter beliebig veränderlicher Geschwindigkeit wieder abfliesst, so kann man auch die Erscheinungen des Sinkens und Steigens des arteriellen Blutdruckes, wie es die verschiedenen Innervationszustände des Herzens etc. bedingen, völlig anschaulich machen.
A. a. 0. S. 3o7 heisst es: