﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 689
»Wir reizen nun das excitirende System des Herzens, das Rückenmark«.
»Indem wir dieses than, fuhren wir dem im Herzen liegenden Gangliensystem eine Menge von Erregung zu. Mit der Reizung des Rückenmarks proportional steigt bis zu einem gewissen Funkte die im Herzen erzeugte Quantität der Erregung für den Herzmuskel«.
»Die Widerstände, die zwischen dem Gangliensystem und dem Muskel des Herzens liegen, sind aber imgeändert«.
»Dies hat zunächst zur Folge, dass die in der Zeiteinheit in grösserer Quantität erzeugte Erregung die Widerstände öfter überwinden wird, d. h. die Frequenz der Pulsationen nimmt zu. . . . Weiter aber wird eine jede von den nun sich abgleichenden Erregungen viel stärker sein, als früher, da immer erst, nachdem eine grosse Erregungsquantität zum Herzmuskel gegangen ist, eine kurze Zeit eintritt, wo der schwache Widerstand im Nerven der im Gangliensystem übrig gebliebenen Erregung das Gleichgewicht hält«. . . .
Durch stärkeres Oeffnen des Hahns am Wasserbehältnis! wird die Menge des zum Schiffchen herahfliessenden Wassers vergrössert, während die Gabel in ihrer früheren Stellung bleibt. In Folge dessen nimmt die Frequenz der Pulsationen des Schiffchens zu, jede einzelne derselben erfolgt mit grösserer Kraft und entleert auch eine grössere Wassermenge, weil der während dcsUmkippens in das sich füllende Fach des Schiffchens zufliessende Wasser Überschuss, welcher so lange wächst, als die Scheidewand der beiden Fächer nicht die Median-ebene passirt hat, durch den vermehrten Zufluss grösser geworden ist. Die im graduirten Cylinder in der Zeiteinheit zusammenfliessende Wassersäule ist hoch und steigt rasch.
A. a. O. S. 307 heisst es weiter:
»Wir reizen das r eg u 1 a t o r i s c h e S y s t e m, de n Vagus, bei gelähmtem (durchschnittenem' Rückenmark«.
»Die Quantität der in der Zeiteinheit erzeugten Erregung ist sehr gering, der Widerstand, der zwischen Ganglion und Muskel eingeschaltet ist, wird vergrössert, und zwar proportional der Reizung des Vagus. Es wird also sehr leicht sein, in diesem Falle einen lange andauernden Herzstillstand zu erzeugen. Es zeigt sich in derThatbei denVersuchen • . . . dass der Tonus des Vagus nach durchschnittenem Rückenmarke die Herzschläge entweder zum Stillstand bringt oder beträchtlich verlangsamt. Es zeigt sich ferner, dass die elektrische Erregung der peripherischen Vagusenden wieder unter übrigens gleichen Umständen den Herzschlag mehr verlangsamt und auf längere Zeit hemmt bei gelähmtem als bei thätigem motorischen System«. . . .
Czermak, Schriften.
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