﻿Mitteilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. (399
Wand fallen lassen. Das Lichtbild bewegte sieb dann in einer den Pulsationen entsprechenden Curve in horizontaler Richtung von einem Ende der Wand zum andern.
Es versteht sich von selbst, dass der Körpertheil, in welchem die untersuchte Arterie verläuft, gehörig fixirt und dass der drückende Finger möglichst ruhig gehalten werden muss. Eine rein mechanische Befestigung des Spiegels an der Arterie ist in dieser Beziehung zwar entschieden vorzuziehen, allein bezüglich der Genauigkeit der Ueber-tragung der Pulsationsbewegungen der Arterie auf den Spiegel lässt die an allen Körperteilen bequeme Anwendung des Fingerdruckes nicht viel zu wünschen übrig. Ich habe deshalb auch zunächst eine den Fingerdruck möglichst nachahmende mechanische Befestigungsvorrichtung s. Fig. 3 ersonnen und kann dieselbe empfehlen.
Sie besteht aus einem Drahthügel, auf dessen mittleren Theil eine dickwandige Kautschukröhre geschoben ist.
Die beiden winkelig gebogenen Schenkel des Drahtbügels besitzen (lesen. in welche die Haltebänder zu liegen kommen.
Der mit Kautschuk überzogene Theil des Bügels wird auf die Arterie gesetzt und durch zwei Bänder oder Kautschukringe, die mehr oder weniger angespannt, um das Körperglied gelegt werden und in den Oesen der Bügelschenkel ruhen, mit beliebiger Kraft angedrückt, und daselbst fixirt. Der Pulsspiegel wird dann mehr oder weniger tief zwischen das Mittelstück des Bügels und die pulsirende Arterie eingeschoben.
Statt den Pulsspiegel an der Arterie einfach durch den Druck des Fingers oder des Drahtbügels beweglich zu fixiren, habe ich auch versucht. denselben wie einen gewöhnlichen Fühlhebel zu construiren und zu befestigen.
Ich liess den Pulsspiegel zwischen zwei Stahlspitzen, welche an den Enden der Arme einer Messinggabel eingeschraubt waren, in der Art fassen, dass sich derselbe leicht und sicher um die Verbindungslinie der Stahlspitzen, als horizontale Axe, drehen konnte. DieDrehungs-axe kam entweder genau in die Mitte oder näher an das eine Ende des »Spiegels zu liegen und es entstanden so zwei Hebelarme von gleicher oder ungleicher Länge. Die die Axe tragende Messinggabel wurde
Fig. B. Befestigung des Pulsspiegels p, durch den Drahtbügel B, dessen mittlerer Theil mit einer Kaut-
schuhrölire k bekleidet ist. Die straffgespannten Bänder bb und b' b' ruhen in den Oesen o und o' des Bügels und drücken denselben fest an die Haut.