﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.	705
Vergleichung gewählten Querschnitte des Gefässsystems ein Sphygmo-graph angelegt wird, welcher die Puls- Herzstoss-) Curve des betreffenden Querschnittes zu fixiren hat.
Die Abscissen der zwei (oder mehreren gleichzeitig geschriebenen Curven bedeuten die Zeit, die Ordinaten hingegen die Phasen der Pulswelle. Um die synchronischen Punkte der Abscissenaxen dieser Curven bestimmen und alle gewünschten Messungen ausführen zu können, wird an jedem der Sphygmographen ein zweiter Schreibhebel angebracht, den ein kleiner Elektromagnet in Bewegung setzt. Sämmt-liche Elektromagnete werden durch abwechselnde Schliessung und Oeffnung desselben constanten Stromes gleichzeitig in Wirksamkeit versetzt, indem ein schwingendes Pendel in regelmässigen Intervallen von je einer Secunde oder je einem Bruchtheil einer Secunde die Stromleitung unterbricht und wiederherstellt.
An jedem Sphygmographen entsteht somit über oder unter der Pulscurve gleichzeitig eine zweite Curve vom Elektromagneten . welche die absoluten Zeitintervalle angibt vgl. Fig. öi.
Die gesuchten synchroni-sehen Punkte der Abscissenaxen der einzelnen zu vergleichenden Pulscurven können nun einfach und genau durch gehörige Verlängerung der	a Pnisonrv», z zeitcraye. /, //. in etc, aie
'	.	-,	,	einzelnen Pulse, 1. 2, ß etc. Secundenstriehe.
gleichnamigen becundenstn-
che der Zeiteurven Ç gefunden werden.
Hierdurch lässt sich nicht nur die Länge der Abscisse, welche dem Beginn oder überhaupt einer beliebigen Phase jeder einzelnen Pulswelle entspricht, messen und in Bruchtheilen einer Secunde aus-drückeu. sondern auch sofort die Differenz der an den zu vergleichenden Querschnitten des Gefässsystems gefundenen Zeitwerthe für dieselbe Phase der gleichnamigen Pulswelle — also das gesuchte Intervall, um welches der Puls an dem vom Herzen entfernten Arterien-quersehuitt später erscheint — genau bestimmen.
Dieses Intervall, bezogen auf die Länge der in der Zeiteinheit durchlaufenen Böhrenbahn ergibt dann die Fort pflanz ungsge-
1 Man wendet bekanntlich schon seit längerer Zeit Elektromagnete zum Mar-kiren von Zeitintervallen an. allein zum Schreiben von Zeiteurven glaube ich dieselben zuerst empfohlen und benutzt zu haben.
Später ist Dr. Bkondgee.st in Utrecht unabhängig auf dieselbe Idee gekommen s. Verslagen en Mededeelingen d. k. A. v. W. Deel XY. »Xiemve Methode . . . etc.»
Czermak, Schriften.
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