﻿Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag. 7(17
schreibenden Spitze des Hebels des Sphygmographen eingestellt werden. Da sich letztere bei den MAREY’schen Apparaten bekanntlich nicht in einer geraden verticalen Linie bewegt, sondern in einem Kreissegment, dessen Durchmesser der Entfernung der Drelmngsaxe des Hebels von seiner schreibenden Spitze entspricht, so lasse ich zuerst den Schreibhebel Uber die ganze Breite des berussten Papierstreifens sein Kreisbogensegment ziehen, welches die krumme Ordinatenaxe für die Pulscurve repräsentirt (s. Fig. 6; und stelle dann die Spitze des Schreibstiftes des Elektromagneten genau in den gezogenen Strich ein1) — in solcher Entfernung vom Hebel des Sphygmographen, dass dessen Excursionen in keiner Weise behindert werden. Der Fusspunkt der nach abwärts gerichteten Secundenstriclie liegt dann genau in der krummen Ordinate der Pulscurve, in welcher sich der Schreibhebel des Sphygmographen bewegt s. Fig. 6). Um die den Punkten der Zeit-curve correspondirenden Punkte der Pulscurve, behufs der anzustellenden Messungen der Abscissen zu finden, durften daher keine lothrechten geraden Linien zwischen den beiden Curven gezogen werden, sondern Kreissegmente, von derselben Krümmung und Richtung wie die Ordinatenaxe.
Zur Erleichterung dieser Operation wurde der Papierstreif scharf und genau nach der ersten vom Schreibhebel des Sphygmographen über die ganze Breite des Streifens gezogene Linie, welche ich oben die Ordinatenaxe nannte, durchschnitten und das abgeschnittene Stück gleichsam als Ordinaten-Lineal verwendet.
3.	EinSecundenpendel, welches die von 1—2ÜANiELL’schenElementen ausgehende und die Drahtwindungen beider Elektromagnete einscliliessende Stromleitung regelmässig bei jedem Hin- und Hergang einmal schloss und einmal unterbrach. Ich verwendete hierzu ein kleines Pendel von Keixatii in Tübingen, an welchem ich einen Contact aus Platindraht und Quecksilbernäpfen herstellte, welchen das schwingende Pendel abwechselnd und in sehr gleichmässiger Weise auf hob und wiederh erstellte.
4.	Ein Messinstrument zur Bestimmung der Längen. Hierzu diente ein Zirkel mit feinen Spitzen und ein Millimetermaassstab, an welchem noch 0.05 eines Millimeters abgeschätzt und abgegriffen werden konnten, oder ein Ocular- oder Schraubenmikrometer bei sehr massiger mikroskopischer Vergrösserung.
1 War die Sehreibspitze des Elektromagneten nicht genau in den Strich eingestellt worden, so mussten alle gefundenen Abscissenlängen entsprechend corrigirt werden.
45*