﻿70S Mittheilungen aus dem physiologischen Privatlaboratorium in Prag.
So ausgerüstet konnte ich, unter Beihilfe meines Assistenten, des Hm. stud. med. Jirusch, an die wirkliche Ausführung der beabsichtigten Messungen schreiten.
aj Messung der Pulsverspätung zwischen der Art. radial is und der Art. dorsalis pud is.
Ich befestigte einen der MAREï’sehen Sphygmographen an der zum gewöhnlichen Pulsfühlen benützten Stelle der Art. radialis meines linken Vorderarmes und Hess den zweiten, vom Assistenten, an die Art. dorsalis pedis meines linken Fusses, welcher bequem auf einem keilförmigen Schemel ruhte, anlegen.
Nachdem an beiden Sphygmographen die Ordinatenaxen durch den Schreibhebel gezogen und die Schreibspitzen der Elektromagnete genau in diese Linie eingestellt worden waren, wurde das den zeit-messenden Strom unterbrechende Secundenpendel in Bewegung gesetzt. Die Elektromagnete begannen ihre synchronische Arbeit, und indem die Uhrwerke in der Pause zwischen zwei Secundenschlägen auf ein gegebenes Zeichen in Gang gebracht wurden, entstanden auf jedem der laufenden berussten Papierstreifen eine Puls- und eine Zeitcurve 's. oben Fig. 6 . Auf dem von der Art. radialis stammenden Papierstreifen wurde die Versuchsnummer in römischer Zahl und die Bezeichnung ».1. r. « notirt, der von der Art. dorsalis pedis stammende Streifen erhielt dieselbe Versuchsnummer und die Bezeichnung ».1. d. p.« Ferner wurden die auf beiden Streifen synchronischen Seeundenstriche mit 125 4 etc. und die gleichnamigen Pulsbilder mit III III IV etc. beziffert und die weisse Zeichnung auf dem berussten Grunde durch Eintauchen in eine alkoholische Mastixlösung fixirt, um aufbewahrt und später ausgemessen werden zu können.
Gemessen wurde an beiden Pulscurven die Entfernung der Punkte der grössten Expansion von dem unmittelbar vorhergehenden Secunden-strich. Die in Millimetern ausgedrückte Entfernung wurde durch die, ebenfalls nach dem Millimetermaass bestimmte Länge der Seeunde d. h. des Abstandes der beiden aufeinander folgenden Seeundenstriche'. welche den betreffenden Puls einschloss, dividirt. Lagen die corre-spoudirenden Pulse nicht zwischen denselben Secundenstrichen. dann wurde natürlich zu dem Quotienten, der sich auf den von der nächstfolgenden Seeunde eingeschlossenen Puls bezog, ein Ganzes hiuzu-addirt.
Die Differenz der beiden Quotienten ergab das absolute Zeitintervall. um welches der Puls in der Art. dorsalis pedis später erscheint als in der Art. radialis.